Dienstag, 16. Juni 2015

Großarltal: Auch bei Regen viele Möglichkeiten

Regen kann die Freude nicht trüben

Viele Möglichkeiten im Großarltal


So ist es halt, wenn man nicht im ständig sonnigen, dafür aber überhitzten und heißen Süden hinfährt, sondern in die Alpen, wo es grünt und im Frühsommer herrlich blüht: Es kann auch mal regnen.


Klar, woher sollen sonst die wunderbaren Blumenwiesen herkommen? Darauf will man ja auch nicht verzichten. Und so macht auch das manchmal etwas feuchte Wetter nichts aus, zumal wenn man weiß, dass es in der Umgebung genügend Möglichkeiten gibt, sich den Tag interessant zu gestalten.


Zuerst kam aber mal das verlockende Frühstück im Hotel Alte Post in Großarl.





Von Kapelle zu Kapelle







Wie zum Beispiel auf dem Kapellenweg im Großarltal, dem Tal der Almen. Er verläuft im Tal, ohne große Höhenunterschiede, mal auf dem Gehweg neben Bach und Straße, mal etwas weiter davon entfernt und führt zu 11 Kapellen, die beiden Kirchen in Großarl und Hüttschlag nicht mitgerechnet.








Wanderer am Kapellenweg im Großarltal finden mehr, als nur sportliche Ertüchtigung. Dieser Weg bietet nebenbei auch Erholung für Geist und Seele. Bei jeder der 11 Kapellen entlang des Weges wird eines der 10 Gebote des Christlichen Glaubens thematisiert und in einen guten Wunsch abgeleitet, der uns auf unserem (Lebens-)Weg begleiten soll. Somit kann der Weg auch getrost als „Weg der 10 guten Wünsche“ bezeichnet werden.







Ausgangspunkt für den 17 km langen Wanderweg ist die Pfarrkirche in Großarl. Der Weg führt großteils abseits der Straße auf Steigen und Spazierwegen Richtung Hüttschlag. Dabei passiert man die Laireitingkapelle, die Bichlkapelle, die Figlerkapelle, die Griesbichlkapelle, die Neuhofkapelle sowie die Schappachkapelle. Danach gelangt man zur Kirche in Hüttschlag. 


Weiter geht es Richtung Talschluss zur  Wolfaukapelle und weiter zur Karteiskapelle, Maurachkapelle und zur Hubertuskapelle. Den Abschluss bildet die Pertillkapelle im Talschluss. Sie wurde als Dank für eine glückliche Heimkehr aus dem Zweiten Weltkrieg erbaut und soll als 11. Kapelle auch die Wanderer zum "Danke" sagen anregen.





Die Kapellen wurden zwischen dem 17. Jahrhundert und 2012 erbaut. Auch heute noch werden die alten Kapellen vorbildlich gepflegt. Mit ihren verschiedenen Baustilen und den zum Teil alten Einrichtungen ist dieser Weg auch für Leute interessant, die mit der Kirche sonst nicht viel am Hut haben.


Der Weg ist 17,5 km lang und mit dem Symbol einer Kapelle vor der aufgehenden Sonne markiert; verlaufen kann man sich also nicht.  




Mit einer alternativen Streckenführung wurde gewährleistet, dass man auch mit Kinderwagen oder Fahrrad „kapellenwandern“ kann. 
 



   

Die Idee und das Konzept zum Kapellenweg stammen von Helga Zraunig, Almröslwirtin aus Hüttschlag. In einer kleinen Broschüre werden die einzelnen Kapellen samt der dazugehörenden Wünsche ausführlich beschrieben, zudem enthält sie eine Wanderkarte und eine detaillierte Wegbeschreibung. 
 

 





Erhältlich ist die  Broschüre kostenlos beim Tourismusverband Großarltal, zudem liegt sie in allen Kirchen und Kapellen entlang des Weges auf.




Nicht unterschlagen sollte man auf dem Weg die prächtige Pfarrkirche in Großarl sowie die Kirche in dem alten Bergbauort Hüttschlag. Hier faszinieren insbesondere die Putten an der Kanzel - vor allem den Autor, der ein bekennender Puttenfan ist …













Unterwegs kommt man auch an dem ehemaligen Bergknappenhaus Kösslerhäusl (Grießlehen) vorbei, das als Museum eingerichtet ist. 



Es stammt aus dem 16. Jahrhundert. Man kann es sich auf jeden Fall von außen ansehen, denn das Gelände ist frei zugänglich. Wir hatten jedoch Glück, es war jemand da und bereitete den Innenraum für eine Besuchergruppe vor. So konnten auch wir einen Blick hineinwerfen.

















 










Neues Museum im Talschluss des Großarltals


Nun, so ganz neu ist das Nationalpark Zentrum des Nationalparks Hohe Tauern mit dem Freilichtmuseum im Talschluss des Großarltales nicht. Die Hütten und Häuser, darunter eine Mühle, ein Backhaus, ein Selchhaus, eine Schnapsbrennerei und eine Schmiede stehen schon lange neben dem Talwirt
 



 
Neu ist jedoch die Inneneinrichtung, die im Frühjahr 2015 völlig neu gestaltet wurde. Man braucht so eine ganze Weile, bis man die zahlreichen Erklärungen gelesen hat. Es gibt interessante Filme über das Almleben und die Insekten auf der Wiese, für Kinder einen Mitmachcomic und vieles, vieles mehr. 
 





Der Nachmittag geht viel zu schnell um, so dass man gar nicht undankbar dafür ist, dass kein Bergwetter herrschte. 






Im Keller des Talwirts findet man in einer Ausstellung von Perchtenmasken die Fortsetzung des Museums; es handelt sich um die berühmten Metzgermasken.


Der Name kommt daher, dass die ersten Masken im Haus des des Metzgers von Großarl gefertigt wurden.
 




Zum Stockham- oder Kreealm-Wasserfall

Und wenn man schon im Talschluss des Großarltals ist, dann sollte man den kurzen Spaziergang zum Kreenalmwasserfall/Stockhamwasserfall nicht versäumen. Vorbei am alten Stockhamgut, uralten, schwarz verbrannten Bauernhäusern, spaziert man kurz taleinwärts, dann geht es in 5 Minuten hinauf zum Wasserfall. 
 



In ihm stürzt das Wasser der hoch gelegenen Kreenalm mächtig brausend und staubend hinab. Da spielt es keine Rolle, dass auch sonst von oben noch ein wenig Wasser kommt - trocken bleibt bei diesem Abstecher ohnehin niemand.




Der Name Kree kommt von Schilf, denn hier befand sich früher einmal ein See. Er rieselt und stürzt schleierartig über braunes, schräg geschichtetes Gestein. An ihm vorbei führt ein empfehlenswerter Wanderweg zur Kreealm.




Und danach: Große Freude wieder auf das wunderbare Abendessen im Hotel Alte Post in Großarl.









Marlies Buck und Dieter Buck
Fotos: Dieter Buck, Tourismusverband Großarltal


Weitere Impressionen aus dem Talschlussmuseum




























Weitere Impressionen vom Stockhamgut und vom Kreealmwasserfall













 

Info:
Tourismusverband Großarl, Telefon 0043 (0) 6414 281, Fax 0043 (0) 6414 8193, www.grossarltal.info, info@grossarltal.info
****Wanderhotel Alte Post, Familie Anton Knapp, A 5611 Großarl 24, Telefon 0043 (0) 6414 207, www.altepost.cc, info@altepost.cc
Das Hotel liegt mitten im Ortszentrum von Großarl am Marktplatz
Hier finden Sie …
Artikel über Reisen und was schön daran ist, Artikel über die Welt der Alpen, Artikel über Baden-Württemberg, Besprechungen von Reise- und Wanderliteratur, Artikel über Stuttgart, Artikel und vor allem schwarzweiß-Fotos von und über Stuttgart für Minimalisten unter den Freunden der Fotografie; außerdem wird auf den englischsprachigen Blog für Leben und Erleben in Stuttgart und der weiten Welt hingewiesen.

Empfohlene Karte:
1:35.000 Großarltal, Tappeiner


Literatur:

Dieter Buck: Wanderungen und Bergtouren im Pongau. Plenk-Verlag, Berchtesgaden.
 

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