Samstag, 13. Juni 2015

Osttiroler Villgratental: um den Thurntaler

Rund um den Thurntaler (2408 m)
Wandern im Osttiroler Villgratental



Zu den vielen Tälern und Seitentälern in Osttirol gehört auch das Villgratental. Von hier aus erschließt sich auch das herrliche Wandergebiet um den Thurntaler, einen Berg, der ob seiner Alleinlage eine herrliche Aussicht bietet.




Aber nicht nur das: An seinem Fuß gibt es auch eine kleine Seenplatte mit 3 Seen, ja insgesamt sogar 5, zählt man den Thurntalersee und den Kleinen See dazu.






Auf den Thurntaler kommt man auf 2 Wegen, zum Einen mit der Seilbahn von Sillian her, diese fährt jedoch nicht immer. Ohne groß in den Fahrplan einzusteigen kann man auch mit dem Auto mautfrei - wo gibt’s denn sowas? - bis zum neu erbauten Gasthof Thurntaler Rast hinauf fahren. Oben liegt dann das ganze herrliche Wandergebiet vor einem.





Wir genossen an diesem Tag zuerst einmal unser Osttirol Frühstück mit frischen Produkten der Region im Frühstücksraum des Strasserwirts. Danach fuhren wir hinauf. Vor uns ein Viehtransporter. Und da gerade die Zeit ist, das Vieh auf die Weide zu bringen, freuten wir uns schon darauf, die Begeisterung der Kühe beim Verlassen des Transporters und beim Wiedererkennen der Weide beobachten zu können. Man kennt das ja, die Freude der Tiere ist dann grenzenlos.





Schade, aber der Laster bog vorher ab. Also weiter zur Thurntaler Rast und dort die Wanderstiefel geschnürt.

Dachstein in Osttirol
A propos Wanderstiefel geschnürt: Wir waren mit nagelneuen Wanderstiefeln der Marke Dachstein unterwegs. Und wie das so ist, man hat ein wenig Bammel davor, mit neuen Stiefeln eine Tour anzutreten. Aber sie passten wie angegossen. Superleicht waren sie außerdem, man ist das gar nicht gewöhnt, unsere alten Stiefel waren doch etwas schwerer. 
 



Und es klappte alles problemlos. Selbst der Herr des Wanderns, von der Presse auch schon mal als „Wanderpapst“ tituliert, der ob des vielen zu-Fuß-gehens mittlerweile recht verkorkste Füße hat, und der dementsprechend Respekt vor neuen Schuhen hat, war begeistert. Die als letzter Notnagel im Rucksack mitgeschleppten, alten, ein- bzw. besser ausgelatschten Stiefel blieben im Rucksack, er wanderte mit den neuen Dachsteinschuhen wie ein junger Gott hinauf und hinunter.




Thurntaler: Theorie …
Tja, und der Möglichkeiten, wie gesagt, am und um den Thurntaler waren da viele. Beispielsweise die angestrebte Tour auf Weg 10b zur Äußeren Hochalm, dann auf Weg 10 zum Bergkamm. 
 





Zwischen Thurntalergipfel (rechts) und Astatt Sattel (links) wandert man dann auf Weg 4 zur Hinteren Hochalmhütte auf der Villgrater Seite und wieder auf Weg 10b zur Thurntaler Rast. Dies ist bei einer Streckenlänge von knapp 10 Kilometer und 580 Höhenmetern eine 5-Stunden-Tour. Soweit die Theorie.







… und Praxis
Die Praxis sah allerdings etwas anders aus. Da die Autoren begeisterte Fotografen sind und die Zeit im Frühsommer auch die Zeit der Bergblumenblüte ist, außerdem zumindest vormittags die Sonne schien was das Zeug hält, verzettelten wir uns schlichtweg. Kein Wunder: Knabenkräuter, Trollblumen, Natternköpfe, Soldanellen, Bärtige Glockenblumen, der erste Almrausch, Frühlings- und Stängelloser Enzian, ja sogar der Gepunktete Enzian und noch viele Blumen, die wir uns nicht gemerkt haben, hielten auf. 
 









Dazu von der Sonne schwarz verbrannte Almhütten, Aussicht, Aussicht, Aussicht und, und, und. Jedenfalls, die Zeit rann, und irgendwann merkten wir, dass wir uns kaum vom Almgasthof Thurntaler Rast entfernt hatten. Nix wars also mit der 5-Stunden-Tour, keine Chance mehr.






Und so entschlossen wir uns, aus der Not eine Tugend zu machen und unseren Plan zu ändern. War, im Nachhinein betrachtet, auch nicht das Schlechteste. Wir wanderten also in Richtung Thurntaler Gipfel, immer auf bequemem Wirtschaftsweg. 

Man musste dabei nicht groß auf die Füße achten, die in den neuen Dachstein-Schuhen ohnehin wie von alleine marschierten, nein, man konnte wie ein Hans-guck-in-die-Luft die Aussicht genießen. 







Und fotografieren, und sich ab und zu ins Gras legen und wieder mal eine Blume fotografieren. Zu Dia-Zeiten hätte man an diesem Vormittag ein Vermögen an die Herren Kodak oder Agfa abgeben müssen, diese Zeiten sind aber Gottseidank vorbei…





Und so erreichten wir nach langer Zeit (schamhaft sei verschwiegen, nach wie langer) die 3 Thurntaler Seen. Das heißt, zuerst nur 2 davon, den Schafsee und den dahinter verborgenen Klammsee, der in einer richtigen Felsennische hineingepresst ist. Der Schafsee birgt sogar eine Überraschung für Kinder - wer die Bilder aufmerksam betrachtet wird sie auch bemerken.




280 Höhenmeter waren es bis hierher, zum Gipfel des Thurntaler noch einmal schlappe 150. Das war auch in Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit zu schaffen. Zum Rückweg bietet sich für diese verkürzte Tour der Sennersteig an, wenn man nicht denselben Weg zurückgehen will. Er führt am kleinen Kuhsee, dem dritten der Runde, vorbei, und trifft unweit des Parkplatzes auf die Zufahrtsstraße.



Der Schwabe ist ein Suppenesser
Es gibt ja viele Gerüchte über die Schwaben, eines ist aber sicher keines: Der Schwabe ist ein „Nassesser“, das heißt, er liebt Gerichte mit Soße, mit viel Soße. Und deshalb auch Suppen. Und so interessierte uns bei der Schlusseinkehr im Gasthaus Thurntaler Rast auch zuerst das Suppenangebot. Die Dame des Hauses entschied sich für eine Leberknödelsuppe, die in einer Qualität geliefert wurde, bei der man selbst als Schwabe feuchte Augen beim späteren Drandenken bekommt. 
 



Der Herr des Wanderns jedoch bestellte wagemutig eine Krensuppe, unter der er sich außer einer gewissen Schärfe nichts vorstellen konnte. Diese Eigenkreation der Thurntaler Rast war jedoch eine Offenbarung, eine Suppe, wie er sie noch selten gegessen hatte. Schon alleine wegen dieser Suppe würde sich eine Fahrt auf der gewundenen Serpentinenstraße hinauf zur Thurntaler Rast lohnen!
 





Osttirol Werbung GmbH, Albin-Egger-Str. 17, A 9900 Lienz, www.osttirol.com
Unterkunft: Hotel Strasserwirt****, Dorfstr. 28, A 9918 Strassen, Telefon 0043 (0) 4846 6354, www.strasserwirt.com
Gasthof Thurntaler Rast, Telefon 0043 (0) 4843 5243 (Hütte) bzw. 0043 (0) 4843 5580 (Tal), www.thurntaler-rast.at. Mit herrlicher Speisekarten, hausgemachten Mehlspeisen, Schlipfkrapfen, Tiroler Gröstl, Wildgerichten, Lammgerichten, Kaiserschmarrn und wie erwähnt herrlichen Suppen…
Hier finden Sie …
Artikel über Reisen und was schön daran ist, Artikel über die Welt der Alpen, Artikel über Baden-Württemberg, Besprechungen von Reise- und Wanderliteratur, Artikel über Stuttgart, Artikel und vor allem schwarzweiß-Fotos von und über Stuttgart für Minimalisten unter den Freunden der Fotografie; außerdem wird auf den englischsprachigen Blog für Leben und Erleben in Stuttgart und der weiten Welt hingewiesen.

Empfohlene Karten:
Kompass Rad Skitouren 45 Defereggental Villgratental 1:50.000
Kompass Rad Skitouren 47 Lienzer Dolomiten 1:50.000
Kompass Rad Skitouren 46 Matrei in Osttirol Kals am Großglockner 1:50.000

Kompass DVD Österreich, ISBN 978-3-85491-629-1, Kompass DVD Über die Alpen, ISBN 978-3-85026-430-3. (Die Karten lassen sich auch auf GPS-Geräte, iPhones und Android übertragen).
Hier können Sie die Karten und die DVD kaufen.

Literatur:
Walter Mair: Das Osttiroler vier Jahreszeiten Wanderbuch. Tyrolia-Verlag, Innsbruck.
Reinhard Rampold (Hg.): Kunstführer Tirol. Tyrolia-Verlag, Innsbruck.
Anton Prock: Reiseführer Tirol. Tyrolia-Verlag, Innsbruck.
Hier können Sie die Bücher kaufen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen