Mittwoch, 16. September 2015

Ramsau bei Berchtesgaden ist Bergsteigerdorf

DAV zeichnet Deutschlands erstes Bergsteigerdorf aus 

Die Gemeinde Ramsau bei Berchtesgaden ist Bergsteigerdorf

 


Unterzeichnung der Deklaration Bergsteigerdoerfer
Unterzeichnung der "Bergsteigerdorf-Deklaration"
 (vorne v.l.n.r. Herbert Gschoßmann, Ludwig Wucherpfennig; 
hinten v.l.n.r. Ulrike Scharf, Markus Reiterer, Ilse Aigner) 
© Deutscher Alpenverein
Die Gemeinde Ramsau bei Berchtesgaden wurde heute als erste deutsche Gemeinde feierlich in den Kreis der „Bergsteigerdörfer“ aufgenommen. Der DAV engagiert sich mit dem Projekt „Bergsteigerdörfer“ aktiv für die Förderung des naturnahen und ressourcen­schonenden Tourismus. Zum Festakt zeigten sich Ramsau und die Berchtesgadener Alpen von ihrer prächtigsten Seite. Mit Sonnenschein und Panoramablick feierte die Gemeinde mit ca. 100 Anwesenden ihr Bergsteigerdorf. Prominente Gäste waren Staatsministerin Ulrike Scharf (Umwelt und Verbraucherschutz), Staatsministerin Ilse Aigner (Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie) und der Generalsekretär der Alpenkonvention Markus Reiterer.

Ramsau – kleine Nationalparkgemeinde mit großer Alpingeschichte

Bergsteigerdörfer sind beispielhafte Vorzeigeorte, die sich aktiv für eine alternative Tourismusentwicklung und den Schutz der alpinen Natur und Landschaft stark machen. Das Projekt wurde vom österreichischen Alpenverein initiiert, inzwischen sind bereits 20 Gemeinden in Österreich zu Bergsteigerdörfern ernannt worden.

Ramsau bei Berchtesgaden ist die erste deutsche Gemeinde, die diese Auszeichnung erhält. Ludwig Wucherpfenning, Vizepräsident des Deutschen Alpenvereins und der 1. Bürgermeister der Ramsau, Herbert Gschoßmann, unterzeichneten beim heutigen Festakt die gemeinsame „Bergsteigerdorf-Deklaration“. Damit verpflichten sich beide Parteien, die Grundsätze des Bergsteigerdorf-Projektes zu würdigen und die Gemeinde­politik im Sinne der Protokolle der Alpenkonvention zu gestalten. Symbolisch besiegelt wurden die Aufnahme und die gemeinsame Kooperation mit der Übergabe des offiziellen Bergsteigerdorf-Ortsschildes und dem Hissen der Bergsteigerdorf-Fahne.

Die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf betonte im Rahmen der Veranstaltung: „Ich freue mich über die Auszeichnung der Nationalparkgemeinde Ramsau als erstes Bergsteigerdorf in Bayern. Bergsteigerdörfer können einen großartigen Beitrag zur nach­haltigen Entwicklung in den Alpen leisten. Sanfter Tourismus ist ein Motor der Regional­entwicklung. Eine erfolgreiche Ausweitung auf weitere bayerische Alpendörfer ist von umweltpolitischem Interesse. Deshalb wollen wir hierauf gerichtete Initiativen des DAV im Rahmen unserer Möglichkeiten zusammen mit dem Nationalpark Berchtesgaden und der Biosphärenregion Berchtesgadener Land unterstützen.“

Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner bezeichnete die Auszeichnung Ramsaus als „Zeichen für ein hohes Umweltbewusstsein und großes Verantwortungsgefühl“. Aigner: „Hier stehen die Wertschätzung der Natur und die Wertschöpfung in der Region im Mittelpunkt. Ramsau zeigt, dass sich der Nachhaltigkeitsgedanke im Tourismus ver­ankern lässt. In Ramsau wird die Alpenkonvention beim Wort genommen.“

Bergsteigerdörfer – Engagement für sanften Tourismus und Nachhaltigkeit

Bergsteigerdörfer verzichten auf technische Erschließungsmaßnahmen, bewahren alpine Natur, pflegen alpine Kultur und Traditionen und fördern naturnahen Tourismus durch Bergsport. Im Mittelpunkt stehen erlebnisreiche Bergsportaktivitäten in intakter Natur. Damit setzt das Projekt gezielt auf eine ganzheitliche, regionale Entwicklung und stellt ein Gegengewicht zu gängigen landschafts- und ressourcenintensiven Tourismusformen dar. Dieses Motto hat Ramsau verinnerlicht und als Leitlinie deklariert: „Auf Grundlage der Alpenkonvention geht die Ramsau einen konsequenten Weg zum Schutz ihrer Land­schaft und Umwelt. Dabei geht es auch ganz wesentlich um die Stärkung der Wettbe­werbsfähigkeit des naturnahen Tourismus im Alpenraum und um die Qualitäts­förderung“, so Fritz Rasp, Geschäftsführer der Tourist-Information Ramsau.

Umgeben von Watzmann, Hochkalter, Reiteralm und Lattengebirge bieten die zahl­reichen Wanderungen, Berg- und Klettertouren ein hervorragendes Angebot für natur­nahen Tourismus in alpiner Umgebung. Die Ramsau ist daher idealer Ausgangspunkt für jede alpine Disziplin: leichte Tal- und Bergwanderungen, tagesfüllende Bergtouren, Sport- und Alpinklettern im Blaueiskar, Bouldern, Skitouren, Winterwandern und Schnee­schuhtouren.

Mit der Auszeichnung ist ein solider Grundstein für eine produktive Zusammenarbeit zwischen dem DAV und der Gemeinde Ramsau gelegt. Herbert Gschoßmann weist stolz darauf hin: „Um das Prädikat „Bergsteigerdorf“ zu erlangen, mussten wir uns nicht ver­biegen. Sanfter Tourismus ist ein Synonym für Ramsau. Bei uns ist kein Platz für Schneekanonen oder Massen- und Eventtourismus. Dafür haben wir Platz für Bewegung aus eigener Kraft.“ Diesem Statement pflichtet auch DAV-Vizepräsident Ludwig Wucher­pfennig bei: „Ramsau ist ein hervorragendes erstes Bergsteigerdorf in Deutschland. Wir freuen uns sehr, dass wir das große Engagement der Ramsau für nachhaltigen Tourismus heute mit dem Siegel „Bergsteigerdorf“ angemessen würdigen können!“

Info:
 


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