Freitag, 24. Juni 2016

Kulturgenuss im Eisacktal

Mit dem Bus zum Kulturgenuss ins
südliche Eisacktal



Römer, Räter, Bajuwaren – Könige, Päpste und Künstler: Sie alle haben das Eisacktal auf ihren Reisen zwischen Norden und Süden passiert. Mit dem komfortablen Reisebus geht es von München in nur drei Stunden ins „Nadelöhr der Geschichte“.

Das südliche Eisacktal rund um das Künstlerstädtchen Klausen zählt zu jenen Plätzen, an denen Kulturreisende auf kleinem Raum besonders viele Sehenswürdigkeiten präsentiert bekommen. Hier wandelt man auf Spuren von Oswald von Wolkenstein, Albrecht Dürer, Franz Defregger, Albin Egger-Lienz oder Johann Wolfgang Goethe. Klausen zählt mit seinen mittelalterlichen Laubengassen, Zinnengiebeln und Erkerfassaden – und der „Akropolis Tirols“ auf dem Säbener Berg – zu den ältesten Städten Südtirols. Der Weg hinauf zum Kloster Säben, der Ur-Diözese Tirols lohnt sich wegen der vier Kirchen, der vielen Kunstschätze und der wundervollen Aussicht. Auch der Dürerstein oberhalb des Stadtzentrums ist ein beliebtes Ziel. Von diesem Punkt aus hielt Albrecht Dürer die Stadt Klausen für sein Werk „Nemesis“ fest.




Im Stadtmuseum ist der berühmte Loretoschatz zu sehen, der erst seit 2014, dem Jahr der Aufklärung eines spektakulären Kunstraubes in den 60er-Jahren wieder vollständig ist. Auch die Orte rund um Klausen haben Beachtliches zu bieten: Die Trostburg nahe Barbian gehörte einst Oswald von Wolkenstein. Heute können Einrichtungs- und Kunstgegenstände aus verschiedenen Epochen besichtigt werden. Sehenswert sind in Barbian auch einer der schiefsten Kirchtürme Italiens, die Barbianer Wasserfälle und das uralte heidnische Quellheiligtum Dreikirchen, an dem heute drei ineinander verschachtelte Kirchen stehen. In Feldthurns steht Schloss Velthurns, einstige Sommerresidenz der Brixner Fürstbischöfe und bedeutendes Renaissance-Bauwerk mit wandbemalten und holzvertäfelten Stuben. Villanders hat einen uralten Dorfkern, den Franz Defregger 1872 in seinem Gemälde „Das letzte Aufgebot“ verewigte. Auf 2.300 Metern unterhalb der Kassianspitze liegt das Latzfonser Kreuz, eine der höchstgelegenen Pilgerstätten Europas.

Das Erlebnis-Bergwerk Villanders zählte früher zu den ertragreichsten des Landes und ist wegen seiner farbenprächtigen Mineralien heute noch sehenswert. Beliebt sind außerdem die Archeoparks in Villanders und Feldthurns, zwei bedeutende Ausgrabungsstätten mit Funden aus der Steinzeit. Ein ganz besonderes Erlebnis bietet das Wandern am Geografischen Mittelpunkt Südtirols auf der Villanderer Alm.



Stadt-, Dorf- & Hofführungen
Mo. (bis 31.10.16), 09.30 Uhr: Führung durch das Dorfzentrum und zu den archäologischen Ausgrabungen – Infobüro Villanders
Di. (05.07.–27.09.16), 10 Uhr: Kostenlose Stadtführung in Klausen – Infobüro Klausen
Fr. 08.07., 05.08., 02.09., 07.10.16, 09.30 Uhr: Geführte Kräuterwanderungen mit Kräuterpädagogin Carmen Stieler – Infobüro Feldthurns
Fr. (bis 07.10.16), 16 Uhr: Geführte Kräutergartenwanderung im „Kreitla“ Biokräuterhof Oberpalwitter Villanders – Biokräuterhof Oberpalwitter
Sa. (03. + 10. + 17. + 24.09.16, 01. + 08. + 15. + 29.10.16), 10 Uhr: „Feldthurns erzählt“ – altes Handwerk in Feldthurns – Infobüro Feldthurns
Sa., 22.10.16, 10.30 Uhr: Genussrunde durch das Kastaniendorf Feldthurns – Castaneum

Mit dem Törggele-Bus in den Weißweinkeller Italiens
Klausen im südlichen Eisacktal gilt als die Törggele-Hauptstadt Südtirols. Im Rahmen einer Busreise lässt sich eine Verkostungstour im „Weißweinkeller Italiens“ in vollen Zügen genießen – am Ursprung des Törggelens selbst.



Ab Mitte September finden sich im Eisacktal Feinschmecker und Weinkenner zum Törggelen, einer der beliebtesten Traditionen Südtirols, ein. An den drei Samstagen ab 17. September bis zum 1. Oktober wird die Künstlerstadt Klausen zur Törggele-Hauptstadt Südtirols. Im Mittelpunkt steht die Verkostung des „Süßen“ (nicht gegorener Traubensaft) und des „Nuien“ (vergorener Most), aber natürlich auch der vorzüglichen Weißweine der Region. Dazu tischen Gastbetriebe, Kellereien und Winzer bodenständige Eisacktaler Kost auf.

Auch unter freiem Himmel wird gefeiert und verkostet, etwa beim Klausner Gassltörggelen (17.09. + 24.09. + 01.10.16) und beim Törggelemarkt im Schlossgarten Velthurns zur Eröffnung der 20. Keschtniglwochen (16.10.–06.11.16) in Feldthurns. Auf den Geschmack des Südens kommt man auch bei Wanderungen am beliebten Keschtnweg, auf Weinwanderwegen und Törggelesteigen. Die alten Bauernhöfe und Buschenschänken entlang der Routen öffnen ihre Stuben und bieten hausgemachte Köstlichkeiten an. Neben Speck, Käse, Kaminwurzen und Kartoffeln werden die typischen Blattler, Hauswürste und Surfleisch mit Kraut, Schöpsernes, Rippelen und Schlutzkrapfen angeboten – und natürlich geröstete Kastanien.



Törggelewanderungen rings um Klausen
Törggelewanderung Klausen: Rundwanderung am Sonnenhang von Leitach über die Säbener Promenade zum Weiler Pardell und zurück
Törggelewanderung Barbian: Weg Nr. 3 Richtung Waidbruck, Fahrradweg nach Kollmann, Markierung Nr. 5 folgend zurück nach Barbian (Abstecher zum Unteraichnerhof über Weg Nr. 11A und 11B)
Törggelewanderung Feldthurns: in nordöstlicher Richtung nach Tschiffnon bis zum Wöhrmannhof – über den Keschtnweg zurück ins Dorf weiter bis zum Ansitz Moar zu Viersch, nach Pardell, Markierung 1 Richtung Kloster Säben und Klausen
Törggelewanderung Villanders: Die klassische Route beginnt in Klausen mit Weg Nr. 4 Richtung Villanders; Törggelesteig unter Villanders nach Sauders, hinauf nach Villanders – Weg Nr. 4 nach Klausen.

Weitere Informationen:
Tourismusverein Klausen, Barbian, Feldthurns und Villanders
I-39043 Klausen, Marktplatz 1
Tel.: +39/0472/847 424
Fax: +39/0472/847 244


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