Samstag, 12. August 2017

Pinzgau: Wanderung zwischen Schößwendklamm und Hintersee

Hohe Tauern im Pinzgau:
Wandern ab dem Hotel Bräurup
in Mittersill 
Wenn Petrus grollt …
… geh zur Schößwendklamm



Einen grau verhangenen Pinzgau hatten wir bereits in den vergangenen Jahren erlebt. So konnte uns auch die graue Suppe heute morgen nicht schocken. „Wenn Petrus grollt, nimm Tauerngold“ beschlossen wir. Wobei wir mit Tauerngold das „weiße Gold der Hohen Tauern“ meinten. Sprich die Wasserkraft, aus der man hier Energie gewinnt.








Soweit wollten wir aber nicht gehen. Aber ein Besuch der zahlreichen Klammen und Wasserfälle ist auch bei weniger gutem Wetter möglich, ja erst dann ein eindrucksvolles Erlebnis. Und wenn es von alles Seiten spritzt und tropft, kommt es auf das, was von oben kommt, nun auch nicht mehr an.



 
Gesteinsbildende Schößwendklamm: wie moderne Kunst
Ganz in der Nähe Mittersills, an einem Abzweig von der Felbertauernstraße, führt ein kleines Stichsträßchen zur Schößwendklamm, etwas dahinter liegt der idyllische Hintersee. 



 
Zuerst aber führte uns ein kurzer Weg hinab zur Klamm, wo der Felberbach als bloße Gischt hinabsprudelt und sich zwischen den dunklen Steinen durchzwängt. Bereits oben am Parkplatz konnte man einen Blick auf den eindrucksvollen Pembach Wasserfall werfen, der sich als mächtiger Strahl durch die Felsen zwängt.




 
Dann ging es hinab in die Klamm. Entstanden ist diese, indem sich das Wasser in der letzten Eiszeit vor 12 000 Jahren durch das Gestein gesägt hat. Dieses Biotit-Hornblende- und Grünschiefergestein (Amphibolit) ist sehr hart und setzt der Wasserkraft einen großen Widerstand entgegen, so dass nur ein schmaler Spalt entstehen konnte. Man findet in der Schlucht zahlreiche größere und kleinere Wasserfälle, beeindruckende Erosionsformen und Kolke, die der Bach in jahrtausendelanger Arbeit geschaffen hat. Manche erinnern an Plastiken von Henry Moore. Die Schößwendklamm ist rund fünfzig Meter lang und seit 1983 als Naturdenkmal geschützt. Bedingt durch die hohe Luftfeuchtigkeit durch das sprühende Wasser entstand ein typischer Schluchtwald. 



 
Empfehlenswert ist es, den Rundweg zu unternehmen: Er führt gleich nach der Brücke über die Klamm nach rechts, steigt an und führt als Pfad immer hoch über dem Bach. Schließlich überquert man diesen wieder, kommt zur Schößwendalm und wandert auf der Straße wieder zurück zum Parkplatz beim Pembach Wasserfall.







Der Cirque de gavarnie der Hohen Tauern
Etwas weiter taleinwärts in den Trogschluss des Felbertales kommt man zum 550 Meter langen und bis zu zehn Meter tiefen Hintersee. Er ist ein idyllischer Bergsee in grandioser Umgebung, ein Prachtbild bei schönem Wetter, ein empfehlenswertes Ziel aber auch an trüberen Tagen. Der See liegt in einem runden Talschluss, der mit den zahlreichen herabstürzenden Wasserfällen an den Cirque de gavarnie in den Pyrenäen erinnert.







Er wurde durch einen Bergsturz vom „Großen Herd“ im Jahr 1495 aufgestaut. Hinter ihm sieht man den Schleierfall, der rund achtzig Meter tief fällt. Der See wurde 1933 als eines der ersten Salzburger Naturdenkmäler unter Schutz gestellt. Das Wasser ist so klar, dass man bis zum zehn Meter tiefen Grund sehen kann, es erwärmt sich auch im Sommer nur auf höchstens 5°C. 



 
Viele hatten sich den See zum Ziel des Tages erkoren. Und so war der Parkplatz voll. Aber um den See herum und in den Gaststätten verteilten sich die Besucher gut, zudem gibt es auch einen Lehrpfad mit interessanten Tafeln. Allerdings muss man aufpassen: Wenn man ihm folgt kommt man zu einem Aussichtsturm auf der höchsten Stelle. Ab dort ist der Rückweg seltsamerweise jedoch nicht mehr markiert - oder die Markierungen sind nicht mehr zu finden.





Soweit zum Vormittag. Ab und zu lichtete sich das nebelige Grau und auch die Sonne kam ein wenig heraus. Dann regnete es aber wieder. Gerade recht, um in Mittersill das Nationalparkhaus mit der Ausstellung zum Nationalpark Hohe Tauern zu besuchen. Mit der Nationalpark Card ist dies sogar umsonst zu machen. 





Und vor dem Abendessen im Hotel Bräurup****in Mittersill folgte noch es noch ein kleiner „Vor“-Verdauungsspaziergang durch Mittersill. Hier gibt es nicht nur unser Hotel Bräurup - witzigerweise mit einem "Hochzeitsspielchen", sondern auch noch andere mächtige Gasthäuser in historischen Gebäuden zu sehen. 

Auch die mächtige Pfarrkirche mit ihrer prächtigen Barockausstattung lohnt einen Besuch - zudem liegt sie nur ein paar Schritte vom Hotel Bräurup**** entfernt.



































Danach war der Hunger groß und wir freuten uns auf unser Abendessen im Bräurup****. Wie man unten sieht gab es wieder leckere Sachen - so lecker, dass ich vor lauter Gier und Hunger vergessen hatte, den Hauptgang zu fotografieren. Aber, man kann es mir glauben, er war ein Gedicht.  In dem Schnapsglas befand sich übrigens Bierbrand - auch eine interessante Geschichte.

Zuerst aber eine kleine Abhandlung über die Geschichte des Bräurup, entnommen aus dem Infomaterial des Hotels: 





  
Info:
Unterkunft:
Hotel - Restaurant - Brauerei - Fischerei - Biolandwirtschaft Bräurup****
Kirchgasse 9
A 5730 Mittersill
Telefon 0043 (0) 6562 62160
Fax 0043 (0) 6216502
mailto:hotel@braurup.at



Empfohlene Wanderkarten:

Kompass Wandern Rad Skitouren Kitzbüheler Alpen 29, 1:50000

Kompass Wandern Rad Skitouren Venedigergruppe Oberpinzgau 38, 1:50000
Sie erhalten die Karten im Buchhandel oder hier (D).
 

und
Marlies Buck

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