Dienstag, 30. Januar 2018

Imst in Tirol: Brauchtum

Die Imster Buabe gehen in die Fasnacht 

Bei der Imster Buabefasnacht dürfen Kinder & Jugendliche - "Buabe" zwischen 6 und 15 Jahre mitgehen.
Auch bei der Buabefasnacht sind Roller und Scheller die Hauptmasken. Spritzer, Sackner und Kübelemaje schaffen Platz für das Gangl der Hauptmasken.
Auch bei der Buabefasnacht sind Roller und Scheller 
die Hauptmasken. Spritzer, Sackner und Kübelemaje 
schaffen Platz für das Gangl der Hauptmasken. 
©Imst Tourismus_Abber
Die Imster gehen so in die Fasnacht, wie es ihnen ihre Väter und Vorväter vorgemacht haben. Dementsprechend ist es ihnen ein Anliegen, die Fasnacht und ihre Hingabe dafür auch künftigen Generationen zu vermitteln. 

Besonders schwierig ist es freilich nicht, aus den Buben von Imst richtige Fasnachtler zu machen: Seit alters her beobachteten sie die Fasnacht der Erwachsenen - das berühmte Schemenlaufen - überaus genau und versuchten sie auf ihre Weise nachzuahmen. 

Bei der Ausstattung waren die Burschen in früherer Zeit nicht besonders heikel – die „Gwandle“ (Kleider) waren oft genug aus Stoffresten zusammengeflickt, die Larven aus Papier. Es mangelte praktisch an allem, nur nicht an der Begeisterung der Teilnehmer. 

Großereignis mit über 10 000 Zusehern
In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts begann man schließlich auch die Fasnacht der „Buabe“ in organisierte Bahnen zu lenken. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte hat sich die Buabefåsnåcht mit über 400 Teilnehmern zwischen sechs und 15 Jahren und weit über 10.000 Zuschauern sukzessive zum zweiten Großereignis der Imster Fasnacht entwickelt. 

„Söll’ mer huire in d’Fåsnåcht giah?“
Jetzt ist es wieder so weit: Bei den allermeisten Imster Buben beginnen die Herzen höher zu schlagen, weil ihre Fasnacht ins Haus steht. Ganz abgesehen davon, dass hier bei vielen jungen Fasnachtlern eigentlich eine Form von genetischer Veranlagung vorhanden sein muss, gelingt es dem Phänomen Buabefåsnåcht immer wieder, auch solche Burschen zu begeistern, deren familiäres Umfeld bis dahin wenig bis gar nichts mit der Fasnacht am Hut hatte. Und so erscheinen auch heuer wieder am 6. Jänner, dem Kinigtåg, die Buben dann zu Hunderten meist mit ihren Vätern oder Müttern im Imster Stadtsaal zur Vollversammlung der Fåasnachtler, lauschen den Worten des Obmannes und beantworten seine nicht anders als beim Schemenlaufen lautende Frage: „Söll’ mer huire in d’Fåsnåcht giah?“ mit einem ohrenbetäubenden „Jåååå!“ 

Proben wie die Großen
In den Wochen nach der Versammlung werden von den einzelnen Maskengruppen zahlreiche Proben durchgeführt. Für viele junge Akteure handelt es sich ja um die erste Teilnahmean einer Fasnacht und es ist wichtig, von erfahrenen Fåsnachtlern in allem, was die von ihnen verkörperte Maske betrifft, richtig unterwiesen zu werden. 

S’Gwandle und s’Larvle werden extra angefertigt
Größere Burschen können mit den Kleidern und der Maske eines erwachsenen Fasnachtlers in die Buabefåsnåcht gehen, ansonsten sind die Gwandle, die Larven und die anderen Ausstattungsstücke der Schemenläufer für die meisten Buabe um ein paar Nummern zu groß. Deshalb müssen für die kleinen Fasnachtlereigene „Gwandle“ geschneidert und „Larvle“ geschnitzt werden. 

Im Fasnachtsarchiv befindet sich hiervon ein beträchtlicher Vorrat, oft genug sind es aber die Eltern selbst, die keine Aufwendungen und Mühen scheuen. Und diese Mühen lohnen sich in jedem Fall!

Das nächste Schemenlaufen findet am Sonntag, den 09. Februar 2020 statt!
Die "Hexemusig" darf nicht fehlen, denn die Hexen wollen ja tanzen.
Die "Hexemusig" darf nicht fehlen, denn die Hexen wollen 
ja tanzen. ©Imst Tourismus_Abber
 
Beim Schlusskroas am Stadtplatz mobilisieren die Masken nochmals all ihre Kräfte beim Zsåmmschalle.
Beim Schlusskroas am Stadtplatz mobilisieren die Masken 
nochmals all ihre Kräfte beim Zsåmmschalle. 
©Imst Tourismus_Abber

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