Mittwoch, 24. Januar 2018

Ralf-Peter Märtin: Die Alpen in der Antike

Ralf-Peter Märtin:
Die Alpen in der Antike
Von Ötzi bis zur Völkerwanderung


Ralf-Peter Märtin löste Geschichte in Geschichten auf, in Erzählungen vom menschlichen Leben und Tod, von Machtgier, Herrschaft und Vergeblichkeit.
Christoph Ransmayr (Nachwort)

Man kann die Alpen von verschiedenen Seiten aus angehen, literarisch gesehen. Der eine sieht sie als Anhäufung geologisch interessanter Gesteine, ein anderer ist von der Flora fasziniert. Viele sehen sie als Sportgerät. Auch über die ganz eigene alpenländische Kultur kann man sie erschließen.

In Richtung Erschließung über kulturelle Aspekte, aber von einer ungewöhnlichen Ecke aus, geht auch das Buch von Ralf-Peter Märtin „Die Alpen in der Antike. Von Ötzi bis zur Völkerwanderung“. Auch dies eine wohl ungewöhnliche Art der Annäherung an das großartige Gebirge. Nicht alltäglich auch die Einschränkung „von Ötzi bis zur Völkerwanderung“. Ich erinnere mich nicht, so einen Titel über diesen Zeitabschnitt schon jemals gelesen zu haben. Umso dankbarer muss man sein, dass man über diese frühe Periode gute und interessante Forschungsergebnisse erhält.

Meist wird Hannibal genannt, wenn es um die frühe Geschichte der Alpen geht. Doch um wieviel reicher an Völkern und unterschiedlichen Kulturen, Schlachten und Eroberungen diese Epoche war, erzählt der bekannte Historiker und Bestseller-Autor Ralf-Peter Märtin in diesem Buch. Er berichtet, wie und warum Ötzi sterben musste und erzählt vom beginnenden Handel mit Kupfer, Salz und Eisen, von den Schlachten der Kimbern und Teutonen, Hannibals Elefanten und von den Hospizen, Klöstern und Handelswegen, die mit der Christianisierung entstanden.

Es entfaltet sich das lebendige Bild eines einzigartigen Kulturraums, der bis heute von seiner Geschichte in der Antike geprägt ist. Das Buch ist auch für den Laien überaus unterhaltsam, interessant und gut lesbar. Der für das große Thema doch beschränkte Platz hat gerade für den Nichtwissenschaftler den Vorteil, dass der Autor gar keinen Platz hat, sich in Abschweifungen und Nebenkriegsschauplätzen zu verzetteln, so dass man hinterher gar nicht mehr weiß, wo man jetzt eigentlich steht. Für wissenschaftlich interessierte Leser findet man ein umfangreiches Literaturverzeichnis, und beide Lesergruppen werden um das elfseitige Stichwortverzeichnis dankbar sein. Und so wünscht man sich, am Ende der von einigen Abbildungen aufgelockerten rund 200 Seiten angelangt, fast dass es weitergeht. Entweder in der Antike oder in der Neuzeit, interessant wäre es allemal.

Zum Autor:
Ralf-Peter Märtin, (1951 – 2016), hat an der TU Berlin Geschichte und Germanistik studiert und promovierte 1982. Seine Bücher über den historischen Dracula, den rumänischen Fürsten Vlad Tepes und seine Kulturgeschichte des Himalaya-Bergsteigens ›Nanga Parbat. Wahrheit und Wahn des Alpinismus‹ gelten als Standardwerke. Sein Buch ›Die Varusschlacht. Rom und die Germanen‹ stand 22 Wochen auf der Bestsellerliste des »Spiegel«.
Foto: Irene Nießen

Ralf-Peter Märtin: Die Alpen in der Antike. Von Ötzi bis zur Völkerwanderung. 208 Seiten, gebunden. Schwarzweißkarten und -abbildungen. Hardcover. S. FISCHER. ISBN 978-3-10-002539-5. € (D) 22,00 | € (A) 22,70.
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