Donnerstag, 29. März 2018

Tal der Geier: Rauris im SalzburgerLand

Echtes Sommerg’fühl beim Wandern im Raurisertal



Goldenes Tal der Alpen, Juwel des Nationalparks Hohe Tauern, ursprünglichstes Hochtal der Alpen: so wird das Raurisertal im Salzburger Land gerne genannt. Auch wenn die Zeiten des Goldabbaus bald 100 Jahre zurückliegen, steckt das Raurisertal voller Schätze.

Die alten Säumerpfade im Seidlwinkltal, Bartgeier, Gänsegeier und Steinadler im Krumltal, Gold und Wetterforscher im Hüttwinkltal, Sagen und Legenden aus dem Gaisbachtal, herrliche Natur im Forsterbach: Die fünf Seitentäler machen das 30 Kilometer lange Raurisertal zu einem der schönsten, größten und vielfältigsten Wandergebiete im Nationalpark Hohe Tauern. Mit einem über 295 Kilometer langen Netz an markierten Wanderwegen und Alpinsteigen hat das Raurisertal in allen Höhenlagen für jeden Anspruch etwas zu bieten. In den Sommermonaten sind rund 30 Almen, Berghütten und Alpengasthöfe bewirtschaftet, die große und kleine Naturentdecker mit echter Gastfreundschaft und Nationalpark-Schmankerln willkommen heißen.

Nicht „versäumen“: Mit dem Nationalpark Ranger durch den Urwald
Absolut sehenswert ist das romantische Seidlwinkltal, das einst die Hauptroute für den Saumhandel über die Alpen war. Von hier aus nahmen schon vor Jahrtausenden die Säumer den beschwerlichen Weg über das Hochtor und weiter nach Süden bis zur Adria auf sich. Das mehr als 500 Jahre alte Tauernhaus ist eines der vielen Zeugnisse aus dieser Zeit. Von dort führt die jährliche Glocknerwallfahrt zu Peter und Paul (28.06.2018) über das Hochtor auf der Großglockner Hochalpenstraße bis nach Heiligenblut. Neu im Sommer 2018 sind wöchentlich geführte Wanderungen mit einem Nationalpark Ranger auf den Spuren der Säumer. Das Hüttwinkltal ist bekannt für seine Goldgräber-Geschichte.

Das Tauerngold, nach dem über 1.000 Jahre lang in Kolm Saigurn am Fuße des Hohen Sonnblicks geschürft wurde, war neben dem Salz Grundlage für den Reichtum der Salzburger Erzbischöfe. Am Tauerngold-Rundwanderweg geben die verfallenen Bergwerkseinrichtungen und Knappenhäuser Zeugnis von der einst großen Zeit. Heute machen sich Wanderer beim Goldwaschen am Goldwaschplatz im Talschluss Kolm Saigurn auf die Suche nach Gold und einem außergewöhnlichen Naturschatz, dem Rauriser Urwald. Rund 80 dunkle Moortümpel und einzigartige Pflanzen, wie jahrhundertealte Sturzfichten und Zirben prägen die Landschaft des naturbelassenen Bergsturzwaldes und seiner artenreichen, größtenteils geschützten Tierwelt. Der Lehrpfad durch den Rauriser Urwald wurde 2014 als einer der besten 33 Lehrwege in Österreich ausgezeichnet. Im Juli und August finden hier wöchentlich geführte Wanderungen mit einem Nationalpark Ranger statt.

Hoch hinaus ins Wanderparadies Hochalm
Mit den Rauriser Hochalmbahnen gelangen große und kleine Wanderer „kinderleicht“ auf den Erlebnisberg Hochalm: Auf 1.800 Metern Seehöhe angekommen genießen sie um den atemberaubenden Ausblick auf Goldberggruppe, Großglockner, Niedere Tauern, Steinernes Meer, Hochkönig und Dachstein. Von der Hoch- und der Heimalm führen leichte Wanderwege in die Berglandschaft. Einer davon ist Tillys Waldpfad, auf dem die kleinen Naturfreunde die Tier-, Pflanzen- und Mineralienwelt des Nationalparks Hohe Tauern erforschen können. Spannend ist auch der Besuch der Hochalm-Greifvogelwarte, wo zweimal täglich Flugvorführungen stattfinden. Die klimaschonenden Hochalmbahnen gehören zu den besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen und bringen Nationalpark-Fans mit einem alpinen Erlebnispaket hoch hinaus.

Goldene Zeiten für Familien im Tal der Geier
Mit seinen fünf ursprünglichen Seitentälern ist das Raurisertal die größte Gemeinde des Nationalparks Hohe Tauern und ein echtes Abenteuerland für Familien. Wo sonst kreisen Gedanken und Erlebnisse um Gold, Geier, Urwälder und Ur-Quellen?

Jedes Jahr finden sich im Krumltal die Könige der Lüfte im Raurisertal ein: 60 bis 80 Bartgeier, die hier Sommergäste sind und ihre Nester auf der Moosenwand und der Rotwand beziehen. Dorthin geht es bei wöchentlichen Wanderungen ins Tal der Geier mit einem Nationalpark Ranger oder einem geprüften Wanderführer. Mit etwas Glück können außerdem Gänsegeier, Steinadler, Murmeltiere und Gämsen in ihrem natürlichen Lebensraum beobachtet werden. Noch näher an die Vögel kommt man in der Greifvogelwarte direkt an der Bergstation der Hochalmbahnen heran – für Familien idealerweise mit der Kabinenbahn direkt erreichbar. Eulen, Falken und Adler zeigen zwei Mal täglich bei spannenden Vorführungen ihre Flug- und Landekünste vor dem herrlichen Tauernpanorama. Hintergrundinfos zu Geier & Co gibt es auch bei der interaktiven Erlebnisausstellung über die Greifvögel im Raurisertal im Nationalparkhaus „Könige der Lüfte“ im Ortsteil Wörth.

Goldrichtig für Familien
Das Raurisertal liegt inmitten der legendären Goldberge, in denen vom Hochmittelalter bis ins 19. Jahrhundert nach Gold geschürft wurde. Wer echtes Schatzsucher-Feeling erleben möchte, kann heute noch an drei schönen Goldwaschplätzen „steinreich“ werden. Feine Plättchen aus purem Gold werden unter fachkundiger Anleitung aus dem Fluss gesiebt – und können natürlich mit nach Hause genommen werden. Das Goldfieber ist im Raurisertal bereits vor über 1.000 Jahren ausgebrochen. Bis 1943 wurde in Kolm Saigurn am Fuße des Hohen Sonnblicks das edle Metall abgebaut. Zur Blütezeit des Bergbaus kamen zehn Prozent des Goldweltvorkommens aus der Goldberggruppe.

An „güldenen Zeiten“ im Raurisertal erinnern noch Bergbauruinen, jahrhundertealte Gewerkenhäuser und Themenwege, wie auch die Goldtage, die erstmals von 28. Juni bis 01.Juli 2018 stattfinden. Große und kleine Goldgräber sind in „glänzender“ Laune bei geführten Wanderungen zu den Plätzen des einstigen Goldbergbaus, in den Schauräumen der Rauriser Mineraliensammler, beim Kinder-Goldwaschen und Sonderführungen im Rauriser Talmuseum.

Rauriser Goldfieber (10.06.–16.09.18)
Leistungen: 3 Übernachtungen, 1 x Goldwaschen an einem der drei Goldwaschplätze, 1 Besuch im Talmuseum, 1 Buch „Via Aurea“ – Preise p. P.: ab 134 Euro im Gasthof / Hotel*** inkl. Frühstück
Goldwaschplatz Bodenhaus im hinteren Hüttwinkltal, Goldwaschplatz Heimalm im Wandergebiet der Rauriser Hochalmbahnen, Goldwaschplatz Sportalm: überdachter Goldwaschplatz nahe Rauris Zentrum

Erfrischend anders: Auftanken im Tal der Quellen
Bekannt ist das Raurisertal für Gold und Geier, aber auch für seinen Wasserreichtum. Von den 300 natürlichen Quellen wurden 60 für Besucher zugänglich gemacht. Die unbändige Kraft des Wassers erleben Familien in der Kitzlochklamm in Taxenbach, am tosenden Barbarafall in Kolm Saigurn, beim Spritzbachwasserfall im Seidlwinkltal und am Kraftplatz Rauriser UrQuell im hinteren Hüttwinkltal. Dieser besondere Platz mit seiner üppigen Flora, den Trinkwasserbrunnen, Wasserläufen und -tümpeln hat auch ein Waldgeheimnis: einen kleinen Waldsee, der von einem Tag auf den nächsten verschwindet und wiederkommt.

Ein spritzvergnügter Familientreffpunkt ist der Wasserspielplatz im Summererpark. Noch mehr Naturschauspiele eröffnen die rund 300 Kilometer Wanderwege zwischen malerischen Talschlüssen, auf Pilger- und Säumer-Pfaden mit den schneebedeckten Dreitausendern der Goldberggruppe am Horizont. Mit der All-Inclusive-Karte SalzburgerLand Card erhalten Gäste freien Eintritt zu rund 160 Sehenswürdigkeiten und Attraktionen im Land Salzburg. Mit der Nationalpark Sommercard Mobil, die Gäste bei Buchung in einem Nationalpark Sommercard-Partnerbetrieb erhalten, können täglich eine Freileistung, die öffentlichen Verkehrsmittel und weitere Attraktionen genutzt werden.

„Ich mach’ mir ein Butterbrot im Raurisertal“
Das Raurisertal ist altes Bauernland, in dem regionale Küche, alte Rezepte und Selbstgemachtes nicht Trend, sondern Tradition sind. 40 Gastronomiebetriebe laden zum Gustieren ein, vom urigen Wirtshaus bis zum Hauben-Restaurant. Schmankerltipps: Almsommer und Bauernherbst.

Eine Wanderung ist nur so gut wie die Einkehr in der Hütte. Wer diesem Gedanken etwas abgewinnen kann, ist im Raurisertal mit seinen 30 bewirtschaftete Almhütten, Berggasthöfen und Jausenstationen goldrichtig. Dort tischen Wirte selbstgemachte Köstlichkeiten auf. Auf der Kalchkendlalm in Bucheben kann man von der Rauriser „Eigenbrötlerin“ Roswitha Huber über das bäuerliche Leben im Gebirge und auf der Alm erfahren.

Ans Eingemachte geht es in ihrer „Kuchl“, wenn es heißt: „Ich mache mir ein Butterbrot.“ Dann wird der Teig für das traditionelle Pinzgauer Brot geknetet, geformt und in den Holzofen geschoben. „Gegen alles ist ein Kräutlein gewachsen“, lautet das Motto der „Kräuterhexe“ Margot Langreiter. Auf ihren Kräuterwanderungen erfährt man, wie die Tauernkräuter wirken und wie Salben- und Tees hergestellt werden. Jeden Donnerstag läuft den Besuchern des Rauriser Schmankerlmarktes am Marktplatz das Wasser im Mund zusammen, wenn sie frische Bauernprodukte und Selbstgemachtes verkosten. Viele Lieblingsrezepte sind im Rauriser Schmankerlkochbuch verewigt, darunter Fleischkrapfen, Kaspressknödel, Bauernkrapfen oder die köstlichen Honiglempen. Hochwertige landwirtschaftliche Erzeugnisse und Bioprodukte gibt es auf rund 15 Bauernhöfen in Rauris und Taxenbach ab Hof, darunter Marmeladen, Schnäpse, Käse, Speck und Milchprodukte – ein Genuss für Gäste wie Einheimische.

Goldener Bauernherbst im Zeichen des „altes Handwerks“
Wenn sich das goldene Tal der Alpen in den schönsten Herbstfarben zeigt und die Kühe von den Sommerweiden auf der Alm heimkehren, ist im Raurisertal die Bauernherbst-Zeit angebrochen. Der 23. SalzburgerLand Bauernherbst steht ganz im Zeichen des alten Handwerks. In den zwei Bauernherbst-Wochen wird das diesjährige Thema bei Wanderungen und Workshops unmittelbar erlebbar. Musikanten, Volkstänzer und Bäuerinnen sorgen für einen unvergesslichen Augen-, Ohren- und Gaumenschmaus. Höhepunkt ist das Bauernherbstfest (09.09.2018) am Rauriser Marktplatz mit großem Bauernmarkt, Almabtrieb und traditioneller Musik.

Weitere Informationen:
Tourismusverband Rauris
A-5661 Rauris, Sportstraße 2
Tel.: +43 6544 20022, Fax: +43 6544 20022 6030

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