Freitag, 11. Mai 2018

Camping und Weitwandern in Valsugana Lagorai

Camping im Valsugana:
Nur die Freiheit im Kopf
Foto: storytravelers_tvb_valsugana_lagorai
Selbstbestimmt reisen, frei von Zwängen und mitten in der Natur: Wer einmal gecampt hat, schätzt die schönen Seiten des „Outsider-Urlaubs“. Im oberitalienischen Valsugana gibt es ganze 17 Gründe, richtiggehend süchtig zu werden.

Dort, wo sich östlich der Trentiner Provinzhauptstadt der Brenta-Fluss seinen Weg zwischen Lagoraigebirge und der Cima Vezzena ostwärts bahnt, liegt das Valsugana, eines der vielfältigsten oberitalienischen Täler. Bereits ab Mai laden der Caldonazzo- und der Levico See zum Schwimmen, Segeln, Surfen, Stehpaddeln, zu Kanu- und E-Boat-Touren ein. Die beiden Badeseen dürfen seit mehreren Jahren die „Blaue Fahne Europas“ hissen, als Zeichen für Wasserqualität und nachhaltigen, umweltschonenden Tourismus.

Das Lagoraigebirge im Norden lockt Wanderer und Mountainbiker mit seinen kargen schwarz-rot-grünen Porphyrwänden bis in 2.700 Meter Höhe. Besonders beliebt bei Familien ist die Wanderung vom Vezzenapass auf den Pizzo di Levico – mit beeindruckendem Ausblick auf die Seen und die Dolomiten. Unten im etwa 60 Kilometer langen Valsugana starten Road-Biker durch, radelnde Familien treten von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten: dem Castel Pergine und dem Bergbaupark von Calceranica etwa, dem Vogelscheuchen-Museum oder dem historischen Zentrum von Borgo Valsugana. An den bestens ausgestatteten und beschatteten Campingplätzen rings um die beiden Seen schlagen Familien bevorzugt ihre Zelte auf oder wählen eine Unterkunft in Holzchalets, Mobilheimen oder Glamping-Homes aus. Sie schätzen die gute Infrastruktur mit Pizzerien, Märkten und dem nahen Radweg. Wer einen Wander-Urlaub mit Übernachtung im Zelt oder Mobilheim plant, entscheidet sich eher für einen der fünf Campingplätze im Lagorai. www.visitvalsugana.it/openair

Der Lebens-Quell von Levico
Levico Terme, rund 20 Kilometer östlich von Trento, ist einer der wichtigsten Energieplätze des Valsugana. Wegen seiner arsen-eisenhaltigen Quelle war es schon zu k. u. k.-Zeiten als Kurort und Sommerfrische in aller Munde – und bis heute wegen seines bekömmlichen Mineralwassers.

Auf 1.500 Metern im Lagorai-Gebirge über Levico entspringt in Vetriolo Terme die höchstgelegene Thermalquelle Europas. Das arsen-eisenhältige Wasser ist in Europa äußerst selten – und in Italien sogar einzigartig. Das Wasser, sein Aerosol und mit ihm angereicherter Fango bilden die Basis für Behandlungen von Haut-, Frauen- und Atemwegsbeschwerden, aber auch von Rheuma, Arthrose und Burnout-Symptomen. Wer den Urlaub an der Quelle des Wohlbefindens verbringen möchte, hat direkt in Vetriolo Terme von Juni bis September Gelegenheit dazu.

Das größere Thermalzentrum von Levico Terme liegt allerdings 1.000 Höhenmeter tiefer und ist von April bis Anfang November geöffnet. Im einst weltberühmten Badeort Levico Terme mit seinen historischen Palazzi und dem 150.000 m2 großen „Habsburger-Kurpark“ aus dem 19 Jahrhundert mit einheimischen und exotischen Pflanzen, monumentalen und seltenen Bäumen und der Villa Paradiso, einem kleinen Museum zur Geschichte von Levico Terme. Der Kurpark zählt zu den Grandi Giardini Italiani, der Vereinigung der größten und wichtigsten Gartenanlagen Italiens, und ist der bedeutendste historische Park im Trentino.

Die Kurstadt auf einer Terrasse über dem See zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen in Oberitalien, dank der Badeseen von Levico und Caldonazzo, die beide seit mehreren Jahren die Blaue Fahne Europas hissen dürfen. Zehn Kilometer weiter östlich im Valsugana liegt das beschauliche Roncegno Terme, in dem das Thermalwasser von Levico und Vetriolo in Verbindung mit der anthroposophischen Medizin und natürlichen Heilmethoden Anwendung findet. Auch viele Hotels verfügen über eigene Wellnesszentren. www.visitvalsugana.it

Naturgenuss in aller Stille: Mehrtages-Touren im Lagorai
Im Norden die Dolomiten, im Süden die Venetianer Alpen, dazwischen ein Revier für Wanderungen fernab der „Massenpilgerrouten“: Das Valsugana zeigt Mehrtageswanderern viele seiner Gesichter – von alten Verteidigungslinien aus dem 1. Weltkrieg bis zu nahezu unberührter Natur.

Das Valsugana und die Lagorai-Gruppe im Norden bieten Wanderern Routen aller Schwierigkeitsgrade. Mehrtageswanderer haben vier Überquerungen zur Wahl: Die Alta Via del Granito ist eine anspruchsvolle, drei- bis viertägige Trekkingrunde über rund 28 Kilometer durch die Granitberge rings um die Cima d’Asta und die Cime di Rava. Sie verläuft auf alten Wegen der ehemaligen Verteidigungslinie aus dem Ersten Weltkrieg und passiert zwei der Berghütten in der Lagorai-Gruppe, die sich für eine Übernachtung anbieten. Für Lagorai Panorama muss man bereits 41 Kilometer Wegstrecke und drei Tage veranschlagen. Die Tour führt ebenso der italienisch-österreichischen Verteidigungslinie entlang, diesmal allerdings durch das schöne Val Campelle und das naturbelassene Val Orsera, vorbei an einigen Bergseen mit freier Sicht auf das Lagorai-Gebirge.

Die Cima d’Asta kann man dabei ebenso anpeilen. Die 45 Kilometer lange Alta Via del Porfido „packen“ Wanderer in vier Tagen, über den Kamm und die Gipfel des bezaubernden Fersentals. Start und Ziel ist in Palù dei Mocheni (ladinisch: Palai en Bersntol). Auch diese Überquerung verläuft an einer ehemaligen Front aus dem Ersten Weltkrieg und überzeugt mit einer wunderbaren Sicht auf die Gipfel des Trentino. Translagorai ist die anspruchsvollste Trekkingtour im Lagorai. Sie durchquert auf über 50 Kilometern die gesamte Bergkette von der Panarotta bis zum Rolle-Pass. Die durchschnittlich fünf Etappen verbinden Natur pur mit Zeugnissen aus dem Ersten Weltkrieg. Berghütten und Biwaks laden unterwegs zum Übernachten. Wichtig bei allen Mehrtageswanderungen sind Trittfestigkeit, Ausdauer, passendes Wetter und rechtzeitig reservierte Quartiere für die Übernachtung. www.visitvalsugana.it/trekkinglagorai, trekking@visitvalsugana.it

Mehrtagestouren im Lagorai – Valsugana
Granit-Hochweg: 28 km, 2.829 Höhenmeter, 3 Etappen
Lagorai Panorama: 41 km, 2.330 Höhenmeter, 3 Etappen
Via Alta del Profido: 45 km, 3.621 Höhenmeter, 3 Etappen
Translagorai: 45 km, 5.000 Höhenmeter, 5 Etappen

Campingplätze im Valsugana
10 Campingplätze am Caldonazzosee – 2 Campingplätze am Levicosee – 5 Campingplätze im Lagorai

Weitere Informationen:
Tourismusverband Valsugana Lagorai
I-38056 Levico Terme (TN), Viale V. Emanuele, 3
Tel. +39 0461 727700

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