Donnerstag, 5. Juli 2018

Wildkogel-Arena: zwischen Großvenediger und Großem Rettenstein

Unterwegs mit Moni und Luzie:
Im Banne des Großvenedigers – und weiter zum Großen Rettenstein




Den Großen Venediger, namengebend für Neukirchen am Großvenediger, sieht man fast auf der gesamten hier beschriebenen Wanderung. Wie manche Mitwanderer sagten, so gut wie sonst selten – sie wären schon zehn Mal hier gewesen und ihn immer nur in Wolken gesehen.





Nun, das kann ich zwar nicht sagen, ich kenne ihn auch bei strahlendem Sonnenschein, aber es ist immer wieder ein Erlebnis, ihn zu erblicken. Mit dem gleißenden Schnee, und ob jetzt blauer Himmel oder Wolken ihn umgeben, großartig ist der Anblick immer.





Ansonsten führt diese Tour an den Fuß des Großen Rettensteins, einen massigen, schrofigen und aus scharfen Steinplatten aufgebauten Kalkklotz. Mit dem Wilden Kaiser im Hintergrund bietet er ein grandioses Bild einer Berglandschaft. Dazu kommen die alten Almhütten und Heuschupfen, an denen man vorbei wandert, die Blumenpracht des Frühsommers in den Kitzbüheler Grasbergen und – auch interessant: Der Wechsel der Geologie unterwegs.





Wer sich dafür interessiert: Man beginnt im metamorphen Gestein, früher einfacher auch Urgestein genannt, und endet am Großen Rettenstein im Kalk. Gut zu erkennen ist dieser Wechsel an den Alpenrosenarten: Im Urgestein ist es die Rostrote Alpenrose, zu erkennen an der rostbraunen Farbe an den Unterseiten der vorjährigen Blätter, im Kalk die Wimpernalpenrose, die man an den feinen Härchen an den Blättern erkennt.




Das aber nur nebenbei.

Die Auffahrt fand ab Neukirchen mit der Wildkogelbahn statt. Ich durfte an einer Führung mit Moni vom Wanderhotel Gassner, teilnehmen. Sie erhielt moralische Verstärkung durch ihren munteren Hund Luzie; wie immer, wenn Tiere dabei sind, hebt das sofort die Laune.





Oben an der Bergstation wurden natürlich zuerst einmal die genannten Gipfel Großvenediger und Großer Rettenstein bewundert, dann hielt sich Moni links. Nach etwas bergab erreichten wir die Gastwirtschaft Wolkenstein. Bei ihrer kleinen Kapelle bogen wir rechts ab; nun wanderten wir durch eine wunderbare Almlandschaft mit Blick zum Großen Rettenstein und die Berge im Norden – später markant der Wilde Kaiser. 





Ab und zu ging es rechts des Weges etwas steiler bergab, so dass man seine Schritte sorgfältig setzen musste, die Tour selbst verlief aber ohne größere Höhenunterschiede. Links sah man zum Frühmesser, den ich schon von einer anderen Tour kannte und der mich derzeit nicht weiter reizte. Wir querten den einen oder anderen Bach und erreichten schließlich die Herrensteigscharte. Hier durfte gerastet werden, hier gab es auch den ersten Blick zum Wilden Kaiser.



 
Nun ging es nach rechts weiter, vorerst mit einem Anstieg. Zutrauliche Pferde, mit Luzie um die Wetter schmusend, boten Unterhaltung unterwegs. Allerdings mahnte Moni verantwortungsbewusst etwas zur Eile, denn ob die dunklen Wolken auf uns zukamen oder an uns vorbei zogen, das war nicht eindeutig zu erkennen.



 
Über die kaum zu unterscheidenden Landschaftselemente Laubkogel und Gernscharte erreichten wir über das Steinfeldjoch (Steinfeldscharte) das Schöntaljoch am Fuß des Großen Rettensteins. Das Wetter war nun auch wieder so klar zu definieren, dass wir wussten, wir bleiben (vorerst) vom himmlischen Nass verschont.



 
Ab jetzt ging es nur noch bergab. Anfangs auf einem Steig und vorbei an einem von der Sonne wohl vergessenen Schneefeld zur Wimm Hochalm mit ihren alten Gebäuden, danach auf einem Wirtschaftsweg in vielen Windungen zur Baumgartenalm.



 
Hier musste natürlich eine Schlusseinkehr stattfinden, Hollersaft, Apfelstrudel und Kaspressknödel als Tiroler Spezialitäten lockten. Und tatsächlich, am Himmel grummelte es erst ein wenig, dann setzte ein immer stärker werdender Regen ein. Anfangs war es unter dem breiten Dachvorsprung ja noch recht gemütlich, dann zogen sich aber auch die letzten Hartgesottenen ins Haus zurück.






Der Rest ist schnell erzählt: Wie geplant fuhr uns das vorbestellte Taxi zurück ins Wanderhotel Gassner nach Neukirchen am Großvenediger.  

Tourdaten:
Die Tour ist 11,5 Kilometer lang und bringt 250 Höhenmeter im Aufstieg und 930 Meter im Abstieg mit sich. Die Wanderzeit beträgt rund 3,5 Stunden.

                                                                                      
Info:
Tourismusbüros
A-5741 Neukirchen am Großvenediger
Tel.: 0043/(0)6565/6256, Fax: 6550-74, E-Mail: info@neukirchen.at
A-5733 Bramberg am Wildkogel
Tel.: 0043/(0)6566/7251, Fax: 7681, E-Mail: info@bramberg.at

Wildkogel-Arena: Anreise
Bahn: Schnellbahnhöfe Zell am See und Kitzbühel, Anschluss via Bus oder Pinzgauer Lokalbahn bis Bramberg und Neukirchen – der Tourismusverband ist gern bei der Organisation eines Transportes behilflich
Auto: Autobahn München–Innsbruck – Ausfahrt Kufstein Süd – Richtung Kitzbühel, Pass Thurn und Mittersill – weiter nach Bramberg und Neukirchen
Flug: TUIfly fliegt Innsbruck, Salzburg und München aus 5 deutschen Städten an – Urlaubsshuttle vom Airport zur Unterkunft (Preis auf Anfrage)

Unterkunft:
WANDERHOTEL GASSNER****
Hotel Gassner GmbH & Co KG
5741 Neukirchen am Großvenediger, Hadergasse 167
Tel: +43 (0)6565-6232
Fax: +43 (0)6565-6232-400

Empfohlene Karte:
Kompass Wandern Rad Skitouren 38 Venedigergruppe Oberpinzgau, 1:50000

Literatur:
Dieter Buck:
Wanderungen und Bergtouren Pinzgau-Nord. Plenk-Verlag, Berchtesgaden. 2009.
Wanderungen und Bergtouren Pinzgau-Süd. Plenk-Verlag, Berchtesgaden. 2009.

und Marlies Buck
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