Donnerstag, 2. April 2015

Thaddäus Steiner: Allgäuer Bergnamen

Thaddäus Steiner: Allgäuer Bergnamen
 


Wandert man auf einen Berg und sein Name erschließt sich nicht auf Anhieb, so mag am sich im Laufe des Aufstiegs vielleicht auch damit beschäftigen, woher der oft seltsame Name des Ziels kommt.

Nicht alle Berge haben schließlich Namen, die Hörnle, Zwölferkogel, oder (Ortsname)-(Zusatz) heißen. Dieses Buch von Thaddäus Steiner bietet in 451 Artikeln für alle Gipfel der Allgäuer Alpen, des bayerischen, Vorarlberger und tirolischen Raumes und einige markante Höhen des Alpenvorlandes eine sprachliche Erklärung ihres Namens.

Die Grundlagen für die Deutung sind urkundliche Bezeugungen dieser Namen und ihre mundartliche Aussprache. Es zeigt sich dabei, dass viele Bergnamen uralt sind, denn seit dem 9. Jahrhundert treten sie in Urkunden verschiedenster Art ans Licht. Mehr noch: Einige von ihnen sind so alt, dass ihre sprachliche Grundlage im lebendigen Deutsch längst verschwunden ist und deshalb nur im Vergleich mit anderen germanischen Sprachen erkannt werden kann. Ganz wenige stammen aus der untergegangenen romanischen Sprache des Allgäus in vordeutscher Zeit.

Von Faule Wand, Hundsarsch, Einstein…
Die Namen spiegeln auch die unterschiedlichen Strukturen der Bergwelt: von den Grasbergen, vorwiegend im Nordteil, bis zu den schroffen Felsbergen des Allgäuer Hauptkammes und der Hornbachkette. Sie lassen die Eigenart der Allgäuer Namengebung ersehen und dokumentieren zugleich die Unterschiede des Allgäuer Alemannischen, des Bairischen und des Walser Alemannischen am Tannberg und im Kleinen Walsertal.

… bis Babylonischer Turm, Metzenarsch oder gar Madonna - Namen, die einen wundern lassen
Überlieferung und Deutung lassen auch erkennen, dass die überwiegende Zahl der Gipfelnamen aus der Zeit vor Beginn der alpintouristischen Erschließung stammt, dass sie aber oft von der Touristik erst eindeutig auf bestimmte Gipfel festgelegt und nicht selten sprachlich verändert wurden. Die wenigen touristischen Neuschöpfungen treten dadurch klar hervor.

451 Bergnamen hat Steiner erschlossen, ein Drittel davon, genau gesagt 131, enden auf -kopf. Interessant auch in den einleitenden Kapiteln die Erklärung zur Entstehung der Namen auf -horn. Weitere Erklärungen hat der Autor beispielsweise den Namen mit -stein, -egg/eck, den Bergen mit Tiernamen (z.B. Hochvogel), auf -höhe, -fuß, -fluh, -turm gewidmet.

Das Buch will ein Begleiter für den interessierten Wanderer und Bergsteiger sein, dem Heimatfreund eine Stütze zur Erforschung seines Interessenraumes bieten, aber auch den Anforderungen der wissenschaftlichen Namenkunde entsprechen. Für den Bergwanderer im Allgäu mag es schon allein interessant sein, von der Herkunft des Namens seines Ziels zu wissen.

Einfach für den Nutzer ist die Nennung in alphabetischer Reihenfolge, ein richtiges „Lesebuch“ ist das Werk auch durch seine schöne Gestaltung und die reiche Bebilderung. Der Fachmann freut sich dagegen über das umfangreiche Literaturverzeichnis.




Zum Autor:
Dr. Thaddäus Steiner, 1933 in Oberstdorf geboren, Studium der Germanistik, Geographie und Geschichte. 1958-1963 Schuldienst in Füssen. 1963-1966 Assistent am Deutschen Seminar der Universität Tübingen, 1973 Promotion in München. 1966-1996 Lehrer am Bodenseegymnasium Lindau. Publikationen: Die Flurnamen der Gemeinde Oberstdorf (2 Bde.), Allgäuer Alpnamen, Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Altlandkreis Füssen.

Thaddäus Steiner: Allgäuer Bergnamen. Die Gipfelnamen der Allgäuer Bergwelt
Die Gipfelnamen der Allgäuer Bergwelt, 240 Seiten, Format 17 x 24 cm. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg im Allgäu, 3. Auflage 2011. ISBN 978-3-89870-389-5. 14,80 €.



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Dieter Buck
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Mittwoch, 21. Januar 2015

Buchbesprechung: Dieter Buck - Genusswanderungen Kärnten

Dieter Buck:  
GENUSSWANDERN IN KÄRNTEN  
50 EINFACHE BIS MITTELSCHWERE TOUREN
 

Kärnten lockt Wanderfreudige aus aller Welt mit seiner wunderschönen landschaftlichen Vielfalt: vom höchsten Berg der Alpenrepublik, dem Großglockner, über die sanften Gipfel der Nockberge bis hin zur malerischen Seenlandschaft Unterkärntens.

Dieter Bucks 50 sorgfältig ausgewählte und detailliert beschriebene Touren stehen alle unter einem Motto: Wandern mit Genuss! Spaß und Vergnügen an der Bewegung, Zeit zum Schauen und Erholen, zum Staunen und Spielen – so sollte die ideale Wanderung sein, ob mit oder ohne Kinder.

Informativ, praktisch, handlich
Diese Wanderrouten, die zu Wasserfällen und Burgen, über idyllische Almen und Berge und zu malerischen Seen führen, sind alle recht  gemütlich, und mit einer Wanderzeit von einer bis maximal vier Stunden ideal für die ganze Familie und alle Altersgruppen gut geeignet . Hinweise zur richtigen Ausrüstung, das Wandern mit Kindern sowie Tipps für weitere Unternehmungen in der Umgebung sind eine sinnvolle und willkommene Ergänzung. 

Das rucksackfreundliche Format des Wanderführers, der mit schönen Bildern und interessantem Hintergrundwissen zu Geschichte und Kultur, Geologie, Flora und Fauna des Landes ausgestattet ist, macht ihn zum idealen Wandergefährten. Das Buch enthält eine Übersichtskarte im Umschlag, Kartenausschnitte für die Touren und Wanderkartenempfehlungen, Einkehrmöglichkeiten und viele praktische Informationen.

Zum Autor:
Dieter Buck, 1953 in Stuttgart geboren, ist vielfacher Wander- und Reisebuchautor und fotografiert alle seine Reisen und Wanderungen selbst. Er ist seit vielen Jahren Kärnten-Fan und hat bei Styriabooks z.B. „Nockberge“, „Kärnten–Das große Reisehandbuch“ und „Im Reich der Ritter“ publiziert.  

Dieter Buck: GENUSSWANDERN IN KÄRNTEN 50 EINFACHE BIS MITTELSCHWERE TOUREN. (ÜBERARBEITETE NEUAUFLAGE!). 168 Seiten, durchgehend farbige Fotos. Format: 11,5 x 20,5 cm. Einband: Klappenbroschur. Mit Übersichtskarte im Umschlag, Kartenausschnitten und Wanderkartenempfehlungen, Einkehrmöglichkeiten und vielen praktischen Informationen. styria regional CARINTHIA. ISBN: 978-3-7012-0197-6. € 16,99.


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Montag, 22. Dezember 2014

DAV-Tipps für sonnige Wintertouren

DAV: Tipps für sonnige Touren



Kaum Schnee, aber dafür viel Sonne – das erwartet Bergsportlerinnen und Bergsportler, die in den nächsten Tagen in den bayerischen Alpen unterwegs sein wollen. Der DAV gibt Tipps für Weihnachtstouren ohne Ski und Schneeschuhe, dafür aber mit einer ganz besonderen Atmosphäre.

Die aktuellen Bedingungen in den Bergen

In den bayerischen Alpen ist es sonnig und mild. Eine geschlossene Schneedecke liegt sonnseitig erst ab 1500 Metern, und dann auch nur wenige Zentimeter. Im Laufe des ersten Weihnachtsfeiertages treffen Wolken aus Nordwesten ein, die aber vermutlich nur wenige Zentimeter Neuschnee bringen. Abseits der wenigen Pisten, die in den nächsten Tagen geöffnet sind, bleibt die Schneelage also zu gering für Wintersport. In den angrenzenden Alpenländern sind Ski- und Schneeschuhtouren – wenn überhaupt – nur im Hochgebirge am Alpenhauptkamm möglich. Dort ist allerdings auf die teils erhebliche Lawinengefahr zu achten.

Sonnenwanderungen

Der Heilige Abend und der erste Weihnachtsfeiertag locken mit Sonne und milden Temperaturen in die bayerischen Berge. An beiden Tagen bieten sich südseitige Wandertouren an, um die Wärme der tief stehenden Sonne zu genießen. Wer nicht höher als 1500 Meter hinauf geht, dürfte mit gut profilierten Wanderschuhen auskommen. Ski oder Schneeschuhe können jedenfalls zu Hause bleiben.

Am 24. Dezember haben fast alle Hütten geschlossen; entsprechend sollte man sein Ziel und seinen Proviant planen. Schöne Touren mit sonnigen Rastplätzen sind zum Beispiel die Sonntraten bei Bad Tölz, der Jochberg bei Kochel oder das Hintere Hörnle bei Unterammergau.

Am ersten Weihnachtsfeiertag sind einige Alpenvereinshütten bereits wieder geöffnet und bieten sich als Zielpunkt für sonnseitige Wanderungen an. 
Besonders sonnige Aufstiege und sonnige Standorte der Hütten haben zum Beispiel das Wankhaus bei
Garmisch-Partenkirchen und die Schönfeldhütte am Spitzingsee.

Ausrüstung bei winterlichen Sonnentouren

Auch wenn Sonnentouren in niedrigen Lagen in den bayerischen Alpen in den nächsten Tagen wenig winterlich sein mögen – diese Ausrüstung sollte mindestens dabei sein:
  • Gut profilierte Wanderschuhe mit hohem Schaft
  • Funktionsbekleidung samt Wechselwäsche, Mütze und Handschuhe
  • Rucksack
  • topographische Karte, Führer (evtl. digitale Karte und Tourenbeschreibung)
  • Schutz gegen UV-Strahlung (Sonnenbrille und -creme)
  • Erste-Hilfe-Set, Rettungsdecke und Handy (für Notruf 112)
  • Tourenproviant (im Winter sehr hilfreich: Tee in der Thermoskanne)
  • Taschenlampe
  • evtl. Grödeln (steigeisenähnliche Gehhilfen aus Aluminium) und Gamaschen
  • evtl. Tourenstöcke
Für Touren ins Hochgebirge und in Regionen mit geschlossener Schneedecke ist neben viel Erfahrung im winterlichen Gebirge die entsprechende Ausrüstung nötig – also vor allem die Lawinen-Notfallausrüstung, bestehend aus LVS-Gerät, Sonde und Schaufel.

Tourenplanung

An Weihnachten sind die Tage sehr kurz, die Temperaturschwankungen im Tagesverlauf können erheblich ausfallen und Schnee- und Eispassagen sind durchaus möglich.
Entsprechend wichtig ist die richtige Planung. Das betrifft diese Punkte:
  • Gutes Zeitmanagement: Rechtzeitig aufbrechen, um nicht in die Dunkelheit zu kommen
  • Aktueller Wetterbericht: Unbedingt unmittelbar vor Aufbruch einholen
  • Öffnungszeiten der Hütten kennen: Ein Anruf hilft, um böse Überraschungen zu vermeiden.
  • Den Wegverlauf genau kennen: Zuhause Führerliteratur und Karten studieren

Veranstaltungstipp: Skitourenrennen im bayerischen Wald

Bergsport muss nicht immer aktiv sein, auch Zuschauen macht Spaß: Am 3. Januar findet erstmals ein Skitourenrennen in Deutschland außerhalb der Alpen statt. Bei der „Arber-Skitour powered by Dynafit“ werden die Deutschen Meisterschaften in der Disziplin  „Vertical Race“ ausgetragen. Start ist in Bodenmais im Bayerischen Wald, das Ziel befindet sich am Gipfel des Arber auf 1456 Meter. Derzeit sind die Veranstalter zuversichtlich, dass die Schneelage für das Skitourenrennen ausreichen wird.

Fotos: DAV/Thomas Bucher, Marco Kost
  


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