Im Zentrum des
Salzkammerguts
4 Berge 3 Seen, dazu ein
Wasserfall
Wenn es einen Beginn des Wortes
„Sommerfrische“, ja der ganzen Sache an sich, gab, so liegt er mit Sicherheit
im Salzkammergut. Hier „urlaubte“ das österreichische Kaiserpaar, anfangs mit
„Sisi“, am Schluss Kaiser Franz Joseph alleine, bis er es ab Beginn des Ersten
Weltkriegs nicht mehr aufsuchte.

Die
Hoheiten zogen natürlich ihren Hofstaat und jede Menge anderer Wiener und
„Adabeis“ mit sich, sodass sich das Hofleben im Sommer hier und nicht in Wien
abspielte. Und wer schon mal im Salzkammergut war, der weiß, was den hohen
Herrschaften so gut gefiel: Der Zusammenklang von herrlicher Natur mit Kultur,
heute zählen noch die Wandermöglichkeiten von einfach bis zu alpin mit als
Anziehungspunkt.
Vor
einigen Jahren haben die Fuschlseeregion, Wolfgangsee und Mondsee-Irrsee eine
neue Wanderattraktion ins Leben gerufen, die mittlerweile jede Menge Liebhaber
gefunden hat.
4 Berge 3 Seen
nennt sich
diese Mehrtageswanderung, die die Seen Fuschl-, Wolfgang- und Mondsee
miteinander verbindet und die Wanderer auf die Gipfel von Zwölferhorn,
Schafberg, Almkogel und Schober führt – der Letztere ist etwas ausgesetzt und
deshalb Geübten vorbehalten. Wer die Tour auf einmal machen will, findet genug Übernachtungsmöglichkeiten,
sogar solche mit Gepäcktransport. Man kann sie aber auch „stücklesweise“ unter
die Wanderschuhe nehmen, auch über mehrere Jahre.
Auch ich
habe nur einzelne Teile der Gesamtwanderung unternommen, aber noch eine andere
Variante eingebaut: Anstatt den offiziellen Weg zu nehmen und vom Fuschlsee aus
auf das Zwölferhorn und von St. Wolfgang aus auf den legendären Schafberg zu
steigen, habe ich mich für eine andere Möglichkeit entschieden: Ich bin jeweils
mit der Bahn – auf den Schafberg natürlich stilgerecht mit dem historischen Zahnradbähnchen
– hinaufgefahren und hinab gewandert.

Über das Zwölferhorn
Zuerst zog
es mich auf das Zwölferhorn hoch über St. Gilgen. Von meinem Quartier in Fuschl
am See, dem gemütlichen Hotel Stefanihof, fuhr ich dazu mit dem Bus nach St. Gilgen,
dann mit der Kabinenbahn hinauf zum Gipfel. Von der Bergstation spazierte ich
zuerst in Richtung der Voit’l-Hütte, wobei ich den herrlichen Blick hinab zum
Wolfgangsee und zum dahinterliegenden Schafberg genießen konnte. Vor der Hütte geht
es nach links ab in Richtung Aussichtsplattform und Gipfelkreuz. Nach etwas Anstieg
liegt die neue Aussichtplattform rechts des Weges, dann geht es noch einmal scharf
rechts ab und hinauf zum Kreuz. Hier sieht man nun wirklich 360 Grad rundum,
einschließlich des Dachsteingletschers. Auch den Mondsee kann man gut sehen, dahinter
den kleinen Irrsee.
Wer jedoch
nur das Zwölferhorn besuchen will und Kinder dabei hat: Für diese gibt es den
interessanten Erlebnisweg Zwölfer Runde mit zwölf Erlebnis- und
Mitmachstationen zur Natur und einem Geschenk hinterher. Aber das nur nebenbei,
zurück zur Wanderung:
Zurückgekehrt
wanderte ich an der Aussichtsplattform links vorbei. Gleich danach an der Verzweigung
folgte ich dem Weg nach links in Richtung Elferstein. An der nächsten Verzweigung
beim Seeblick nahm ich den steilen Steig, der in der Falllinie gerade aus hinab
führt. Am nächsten Wegzeichen folgte ich dem Weg nach links. Er führt mich
durch ein kurzes Waldstück. Vor dessen Ende hat man zwei Möglichkeiten: Nach
rechts wird man auf einem rot markierten Weg zur Sausteigalm verwiesen,
geradeaus bringt einen ein Blaupunktweg etwas gemütlicher und dafür länger auch
dort hin.
Der Tag
war schon morgens überaus sonnig und heiß, deshalb musste die trotz fast nur
bergab-Strecke ausgedörrte Kehle befeuchtet werden, so kam die Gaststätte
gerade rechts. Danach führte der Weg rechts des Hauses weiter und in einem
weiten Bogen hinab zur Lärchenhütte.
Von der
Lärchenhütte ging ich zur Bartlhütte. Vor ihr wies mich der weiter mit Nummer
28, dem Zeichen für den Arnoweg und rot markierte Weg rechts an ihr vorbei geradeaus
in den Wald. „Fuschl“ ist mit 2 ¼ Stunden angeschrieben. Nach einer Freifläche mit
dem Hof Kühleiten ging es im Wald weiter, nun stellenweise steil bergab.
Schließlich wurde Ober- und Unterellmau erreicht. Danach nimmt man den links
abgehenden Weg, der vorbei an der Rumingmühle, einer alten Getreidemühle von
1872, mit Kneippanlage und dem Kräutergarten über Steinbach zur Straße 158
führt. Diese unterquerte ich zu dem großen öffentlichen Parkplatz, hinter dem
sich das Fuschlseebad befindet. Etwas weiter lag mein Hotel Stefanihof.
St. Wolfgang:
Auf den Schafberg – wohin sonst!
Am
nächsten Tag stand der berühmte Schafberg auf dem Programm, für mich wieder in Zusammenhang
mit einer Busfahrt ab Fuschl am See. Von St. Gilgen setzte ich mit der
Wolfgangseeschifffahrt nach Fürberg über, dann nahm ich den historischen
Pilgerweg, der über die Falkensteinkapelle nach St. Wolfgang führt.
Schifffahrt auf dem
Wolfgangsee
Die
Schifffahrt auf dem Wolfgangsee begann am 20. Mai 1873 mit dem Raddampfer
„Kaiser-Franz-Josef I.“. Noch heute verkehrt dieses 225 Personen fassende
Schiff auf dem See! Da der Zustrom der Fahrgäste anhielt, wurde bereits 1888
mit der „Kaiserin Elisabeth“ ein zweites Schiff eingesetzt. Auch dieses, für
hundert Personen ausgelegte Schiff fährt heute noch.
Die achtzig Personen
fassende „St. Wolfgang“ wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg in Betrieb
genommen, die „Falkenstein“ (150 Pers.) folgte 1959, das Motorschiff
„Salzkammergut“ für 300 Personen 1973. Das jüngste Schiff ist die „Österreich“
(1984), die 365 Fahrgäste aufnehmen kann. Außerdem gibt es noch das Schiff
„Wolfgang Amadeus“ (200 Fahrgäste). Die Schiffe bieten sich für Rundfahrten an,
ebenso kann man aber auch eine Wanderung am See unternehmen (z.B. von St.
Wolfgang nach St. Gilgen oder umgekehrt) und mit dem Schiff zurückfahren. Auch
Radausflüge sind auf diese Art möglich.

Vorerst
also wanderte ich auf dem Weg der Wallfahrer, mal prüfen, wie es ist, wenn man
seine Sünden abbüßen muss. Wer will, lässt es damit auch schon bewenden,
besichtigt die Wallfahrtskirche in St. Wolfgang mit ihrem riesigen Pacheraltar
und den sonstigen Kunstschätzen und genießt für den Rest des Tages andere
Attraktionen. Oder man wandelt auf den Spuren des Mehrtageswanderwegs und fährt
mit der historischen Bahn auf den Gipfel. So wie es meine Variante ist: Nicht
schweißtreibend hinaufsteigen, sondern mit der legendären Schafbergbahn
hochfahren, und dann auf den Spuren des 4 Berge 3 Seen-Weges wieder hinunter wandern.
Bei der offiziellen Variante übernachtet man auf dem Gipfel im Hotel
Schafbergspitze, was ein absolutes Highlight ist – aber anderen ist dies ja
auch nicht verboten…
Zur
Falkensteinkapelle, auf dem Weg der Wallfahrer
Kurz nach
dem Start in Fürberg kam ich am Waldbad vorbei. Danach müssen wir uns bei einem
Kiosk entscheiden: Entweder man nimmt linksabbiegend den direkten Weg nach
Falkenstein oder man nimmt noch das Ochsen- und vielleicht noch das
Hochzeitskreuz mit. Beides Sehenswürdigkeiten, die die Umwege lohnen. Also
geradeaus. Bei der kleinen Hubertuskapelle zweigt der Weg zum Ochsenkreuz
rechts ab. Zum Hochzeitskreuz geht es gerade aus weiter. Also zuerst zum
Ochsenkreuz. Mit auf und ab, unter anderem auf einer Treppe, erreichte ich eine
Aussichtsplattform mit Bänken.

Kurz danach bot sich mir ein wunderbarer Blick
zum Ochsenkreuz, das auf einer winzigen Insel im See steht. Das Ochsenkreuz (1567) steht auf einer
winzigen Insel in der Fürbergbucht. Hier soll einmal ein Metzger durch einen
Ochsen vor dem Ertrinken gerettet worden sein: Der Ochse sollte zum Schlachter
gebracht werden, brach aber aus und rannte in den See. Der Bauer rannte ihm
nach, und da er nicht schwimmen konnte, hielt er sich am Schwanz des Ochsen
fest. Dieser wurde zum Dank für die Rettung danach nicht geschlachtet, sondern
starb eines natürlichen Todes.
Danach ging
ich zurück zur Hubertuskapelle. Hier geht es nun nach rechts in 20 Minuten zum
Hochzeitskreuz, das am Ufer platziert ist. Das Kreuz wurde 1609 zum Gedenken an eine übermütige
Hochzeitsgesellschaft errichtet, die aufs Eis ging, tanzte und einbrach.

Auch nach
diesem Kreuz ging ich zurück zur Hubertuskapelle, danach zum Kiosk und bog
rechts ab. Jetzt stieg es erst langsam, dann aber knackig an. So viele Sünden
sind mir doch gar nicht im Kopf … Bald hatte ich die kleine Marienkapelle von 1750
mit einem rund 50 Jahre jüngeren Bild erreicht. Danach folgten
Kreuzwegstationen in Form von steinernen Kreuzen, die an Waschbetonplatten erinnern.
Bei einer gemauerten Kapelle sieht man einen großen Haufen Steine: Frühere
Pilger mit einem großen Sündenkonto haben diese weiter zur Falkensteinkapelle
geschleppt. Böse Zungen behaupteten, dass die Wirte und Bauherren in St. Wolfgang
dankbar dafür waren, dass sie dadurch ihr Baumaterial bequem von der Kapelle
holen konnten. Weiter ging es mit einem Mix aus bergauf und eben, dann war die
Falkensteinkapelle erreicht. Man sollte hineingehen, denn außer einem alten
Bild mit der Wolfganglegende sieht man auch Höhlen. Darunter ist der Durchkriechstein.
Wenn man hinter diesem hindurch kriecht wäre man vom Übel befreit, heißt es.

Steine habe
ich vor der Kapelle keine liegen gesehen. Die heutige Menschheit scheint doch
braver zu sein wie ihre Vorfahren. Vorbei an einem Quellhäuschen erreichen wir
die höchste Stelle, die ebenfalls mit alten Gemälden aus dem Leben des St.
Wolfgang geschmückt ist. Nun ging es bergab. Bei dem Gebäude, in dem die
Geschichte mit dem Wolfgang-Hackel dargestellt ist – mit einem Beilwurf hat er
anscheinend den Standort der Kirche in St. Wolfgang festgelegt – fällt der Weg,
nun ebenso steil abwärts, wie vorher aufwärts. Die Menschen aus Richtung St.
Wolfgang hatten wohl ebenso schwere Sünden abzutragen, wie die aus Richtung St.
Gilgen.
Nach einem querenden
Bachbett mit riesigen Steinen verlies ich den Wald. Hier erwartete mich – fast wie
eine Erlösung – ein Bild von seltener Lieblichkeit: Mit einem Schlag lag das Talbecken
mit dem Wolfgangsee und der herrlichen Bergumrahmung vor mir.
Nun ging es hinab
nach Ried, dann immer geradeaus, parallel zum Ufer, zu dem man durch die vielen
Privatgrundstücke immer wieder einen Blick hat, bis zum Talbahnhof der
Schafbergbahn.
Hier trennen sich die Geister: Die einen Wanderer besichtigen
das neue, architektonisch mutig erbaute Gebäude, werfen vielleicht noch einen
Blick auf die Lokomotiven und Wagen oder kehren ein und gehen direkt weiter ins
Zentrum von St. Wolfgang.
Wer aber auf
den Spuren des Mehrtagewegs wandeln will, nur halt auch dieses Mal in der
einfacheren, nämlich bergab führenden Variante, fährt nun mit der Bahn und mit
laut stampfenden Geräuschen hinauf zum Schafberggipfel.



Der richtige Gipfel
muss zwar noch zu Fuß erklommen werden, aber das ist ein Klacks. Danach macht
man sich auf den Weg – der leider stellenweise auch recht steil ist. Aber er
lohnt sich, was man schon sehr früh wusste. Schrieb doch bereits 1846 Adolph
Schaubach zum Schafberg: „Er bietet wohl
die schönste Aussicht in den Deutschen Alpen.“ 1883, rund vierzig Jahre
später meinte der Reiseschriftsteller Josef Rabl „Der Schafberg wird der Rigi Österreichs genannt, ist jedoch, nach
Ansicht Vieler, dem berühmten Schweizerberge in der Pracht der Aussicht und der
Fülle des Gebotenen bedeutend überlegen. Schaubach bezeichnet ihn als den
schönsten Aussichtspunkt der deutschen Alpen. Die Rundschau ist vor Allem
weniger grossartig als schön und malerisch.“ Und auch im letzten
Jahrhundert schwärmten Schriftsteller vom Schafberg, so zum Beispiel Franz Karl Ginzkey 1934 mit diesen
Worten: „Schon während der Fahrt
entschleiert sich die Landschaft von Minute zu Minute und wird immer
großartiger und vielfältiger, um zuletzt, in der Nähe des Gipfels, ein fast
unwahrscheinlich reiches Stück verklärte Welt den erstaunten Blicken
darzubieten. Aus einem Chaos kaum übersehbarer Berggipfel blitzen nicht weniger
als 14 blaue Seespiegel hervor. Dem geisterhaften Grüßen der romantisch
zerklüfteten Kalkwände eint sich das tiefsatte Grün der Wälder, das sonnige
Leuchten der Matten.“
Daten zur Schafbergbahn
Nicht nur
Eisenbahnnostalgiker oder Kinder werden ihre helle Freude an einer Fahrt mit
der 1893 in Betrieb genommenen Schafbergbahn haben. Wo findet man schon so
etwas: Eine winzig kleine, alte Zahnradbahn, die rund eine halbe Stunde den
Berg hinauf schnauft?
Der Fuhrpark besteht aus sechs nostalgischen,
kohlegefeuerten Dampflokomotiven aus den Baujahren 1893 und 1894, vier
modernen, ölgefeuerten Dampflokomotiven (1992, 1995), zwei Dieseltriebwagen von
1964, 13 Personenwagen und fünf Güterwagen.
Die Fahrt mit der 1893 in Betrieb
genommenen Bahn geht über 5,85 Kilometer von 544 Meter NN (Talstation) bis 1732
Meter NN (Bergstation), überwindet also einen Höhenunterschied von 1188 Meter.
Die Zahnräder greifen in zwei zwischen den Schienen angeordnete Zahnstangen
ein. Die größte Steigung beträgt 260‰, die kleinste 44‰.
Im April 1892 begannen
350 italienische Arbeiter mit dem Bau der Zahnradbahn auf den Schafberg. 6000
Maultierlasten mit Werkzeugen, Material und Lebensmitteln mussten befördert
werden. Die Arbeiter bauten zahlreiche gewölbte Steinbrücken, einige
Felsabschnitte, zwei Tunnels mit 26 und 91 Metern und einen 24 Meter langen
Viadukt. Nach etwas mehr als einem Jahr war der Bau beendet. Vom Schafberggipfel aus kann man 14 Seen sehen.
Von der Bergstation aus genießt man zuerst
den Blick zum Wolfgangsee, steigt man etwas höher, sieht man noch den Attersee,
den Mondsee, den Irrsee und ein bisschen den Fuschlsee. Außerdem hat man einen
360-Grad-Blick auf die umliegende Bergwelt mit den 14 Seen Wolfgangsee, Abersee (heute
ein Teil vom Wolfgangsee), Mondsee, Irrsee, Obertrumer See, Mattsee, Grabensee,
Wallersee, Fuschlsee, Eibensee, Schwarzensee, Krottensee, und bei guter Sicht
Waginger See und Chiemsee
Schafberg – abwärts per
pedes
Zuerst ging ich vom Gipfel zurück zur
Bahnstation und begann dort mit dem Pfad, der steil, aber gefahrlos hinab zur
Mittelstation führt. Ich wanderte links am Naturfreundehaus vorbei und in zehn
Minuten hinab zu den Hütten der Schafbergalm.
An der Verzweigung danach hielt
ich mich in Richtung St. Wolfgang geradeaus in den Wald. Nun ging es meist
recht steil hinab, unterbrochen von flacheren Abschnitten und gelegentlich
einem Ausblick auf den See.
An der Jausenstation Aschinger orientierte ich mich
rechts und wanderte weiter bis zu den ersten Häusern. Hier machte ich einen
Abstecher: nach links kommt man in wenigen Minuten zur Hupfmühle, wo die Dittelbachwasserfälle
bewundern werden können. Weiter bergab gehend erreichte ich schließlich wieder
den Talbahnhof.
Blick übers Land - Ruine Wartenfels
Eine weitere Etappe des
Mehrtageswanderwegs 4 Berge 3 Seen führt auch über den Schober bzw. die Ruine
Wartenfels. Der Schober ist geübten Bergsteigern vorbehalten, führt doch eine
kurze, aber steile und ausgesetzte Passage auf seinen Gipfel. Aber auch
„normale“ Wanderer können in den Genuss der Aussicht über das Land oder der
Ruine Wartenfels kommen, denn man kann bei der Mehrtageswanderung auf die
Gipfelrunde verzichten oder mit dem Auto bis zum Forsthaus Wartenfels fahren
und von dort die Aussicht und auch die Ruine genießen. Ein Zugang führt zum
Beispiel von Fuschl über das Hotel Ebner’s Waldhof und den Golfplatz mit
Einkehr, der Waldhofalm, hinauf zum Gasthof Forsthaus Wartenfels. Von hier aus
sind es nur noch rund fünf Minuten zur Ruine Wartenfels.

Das
Forsthaus Wartenfels ging aus der 1894 errichteten ersten Wartenfelser Hütte
hervor; diese gilt in Österreich als „Wiege des Wandersports“. Um 1900 gab
nämlich die Thalgauer Fabrikantin und Bergsteigerin Maria Gärtner die
Anweisung, dass ihre Angestellten mindestens einmal pro Woche vom Tal auf den
Gipfel des Schobers zu steigen haben, um fit zu bleiben. Vor dem Haus wird
heute in Erinnerung an den Mediziner Paracelsus ein Giftgarten gepflegt. Hier
wachsen, fein säuberlich beschriftet, die gängigsten Giftpflanzen der Region.

Die Ruine Wartenfels wurde 1259 durch Konrad von Kalham errichtet und 1321 an
Erzbischof Konrad IV. von Salzburg verkauft. Von hier aus verwalteten die
erzbischöflichen Pfleger bis ins 16. Jahrhundert den Gerichtssprengel
Wartenfels und sicherten dessen Grenze gegen das bayerische Mondseeland. Ab
1564 wurde die Burg dem Verfall preisgegeben, weil in Thalgau ein neues
Gerichtsgebäude erbaut worden war. Heute ist die Ruine hervorragend
hergerichtet und die vielleicht schönste Aussichtsburg des Salzburger Landes. Von
ihr aus hat man einen prächtigen Blick zum Mondsee und zum Fuschlsee. In der
Burg verbrachte der berühmte Mediziner Paracelsus seine letzten beiden
Lebensjahre, bevor er in Salzburg 1541 verstarb.
Wilder Wald um Hintersee
„Dazu ein Wasserfall“ steht in der Überschrift. Dieser
liegt etwas weiter entfernt vom 4 Berg 3 Seen Wanderweg, zeigt aber deutlich
die Vielfältigkeit der Gegend. Dazu fuhr ich nach Hintersee.
Das idyllische
Dorf liegt am Ende eines versteckten Seitentals, in dem die Straße endet, aber
für den Urlauber die heile Welt beginnt.
Davor noch liegt der zauberhafte
Hintersee am Rand der Osterhorngruppe. Danach folgt das Dorf, an dem die
zauberhafte Natur beginnt.
Und abgesehen davon: der Priester Joseph Mohr,
Dichter des wohl berühmtesten Weihnachtsliedes „Stille Nacht…“, war hier 1827
bis 1837 als Vikar tätig. Im Joseph-Mohr-Haus sieht man noch sein originales
Priestergewand und einige andere Exponate mit Bezug zu ihm.
Eine
Sehenswürdigkeit ganz anderer Art ist der alljährliche Perchtenumzug im Advent,
dem ich einmal beiwohnen durfte. Auch eine wilde Sache, und wer sich davor
gruselt, sich zu gruseln, sollte diese Veranstaltung meiden und sich lieber den
schönen Seiten der Gemeinde zuwenden. Aber ansonsten – dabei sein lohnt sich!
Jetzt stand aber
der WaldWasserZauberweg auf dem Programm, der wirklich zauberhaft schön ist.
Der Rundweg besteht aus zwei Teilen, die auch getrennt begangen werden können:
dem Waldzauber Hintersee und dem Wasserwunder Tiefenbach. Beide sind für Jung
und Alt gleichermaßen interessant.
Unterwegs trifft man in der Mitte beider
Teile auf den Satzstein, einen riesigen Felsbrocken, der auch als einer der
Salzburger Glücksplätze markiert ist. Am Wendepunkt, etwa 100 Höhenmeter weiter
oben, findet man einen interessanten Wasserfall.
Entspannung pur, für Jung und Alt
Wer aber sich und seinen Kindern nur
einen entspannten Urlaubstag gönnen will, der bleibt in der Nähe von Fuschl am
See. Hier kann man vom Ort aus eine schöne, kleine Wanderung unternehmen: Sie
führt ab dem Parkplatz in zehn Minuten erst zum Beginn des für Kinder gedachten
Zwergerlweges, dann vorbei an einem Wildkräutergarten zur Rumingmühle, einer
alten Getreidemühle, die zeitweise bewirtschaftet ist.
Sie ist ebenfalls als
Salzburger Glücksplatz deklariert. Hier gibt es auch ein Kneippbecken. Den
Zwergerlweg, der mit schönen Bildern, hölzernen und bemalten Zwergen und
Geschichten geschmückt ist und das Kneippbecken kann man immer begehen.
Die
aktuellen Öffnungszeiten von Kräutergarten und Rumingmühle erfragt man am besten
vorher beim Tourismusverband Fuschlseeregion.
Dieter und Marlies Buck
Info:
Tourismusverband
Fuschlseeregion
www.fuschlseeregion.com, Dorfplatz 1, 5330 Fuschl am See, Telefon 0043 (0) 6226
83 84
Unterkunft: Hotel
Restaurant Stefanihof
Dorfstraße 27, 5330 Fuschl am See, www.stefanihof.at, Telefon 0043 (0) 6226 83
71
Mehrtageswanderweg:
4 Berge 3 Seen http://4berge3seen.at
Karte: Salzburg
und Umgebung, Kompass 017, 1:25 000
Literatur:
Dieter Buck:
Wanderungen und Bergtouren im nördlichen Salzkammergut. Verlag Plenk. ISBN
978-3-940141-53-8
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