Sonntag, 30. September 2018

Garmisch-Partenkirchen: Vom Hotel Staudacherhof in die Partnachklamm

Garmisch-Partenkirchen:
Eine der schönsten Gegenden …





… Deutschlands, zumindestens aber Bayerns und der bayerischen Alpen ist die Landschaft um Garmisch-Partenkirchen. Berge ringsum - nicht zuletzt mit der Zugspitze der höchste Berg Deutschlands - die Traumland seit langer Zeit für viele sind – Herrgott, wen du liebst, den lässt du fallen in dieses Land…






Zugspitze, Wank, Kramer, Höllentalklamm, Partnachklamm, Eibsee, Reintal und wer weiß nicht was, alles was Rang und Namen in der bayerischen Bergwelt hat, ist hier versammelt, meint man.




Und so freute ich mich schon lange auf die Wanderung, die ich hier unternehmen durfte. Sie sollte zu einem Highlight der Stadt führen: als Abschluss durch die Partnachklamm. Ich kannte sie zwar schon von verschiedenen Besuchen in früheren Zeiten, aber so ein Naturwunder schaut man sich ja nicht nur einmal an. Immer wieder und wieder und wieder am Besten.

Vor den Erfolg haben die Götter jedoch den Schweiß gesetzt. In meinem Fall eine Anfahrt, die mehr von Stehen und Schleichen gekennzeichnet war als von Fahren: Ich kam zwar nur von meinem „Zweitwohnsitz“ Füssen daher, schlappe sechzig Kilometer, aber das halt auf der Strecke, die zum Fernpass und weiter nach Südtirol führt. Und das an einem Samstagmorgen, der einer herrlichen Herbstwoche voraus ging. Mehr braucht wohl nicht gesagt zu werden.


Ein Paradies, genauer gesagt das Viersternehotel Staudacherhof war erreicht
Da war dann das Hotel Staudacherhof in Garmisch das Paradies, für das man im Auto Zeit hatte, es sich zu erträumen. Und die Träume wurden nicht enttäuscht. Man schaue sich nur einmal die Bilder von meinem Zimmer an. Eine hochmoderne Einrichtung, frisch renoviert, mit viel Holz, Leder und Filz – zum Beispiel die mit gemütlichem Filz überzogene Couch oder das Design-Badezimmer – Wünsche blieben keine offen. 






Etwas Besonderes bei dem Hotel mit seinen 41 Zimmern und Suiten ist das nebenanstehende, grundlegend sanierte Bauernhaus, das mit dem Haupthaus unterirdisch verbunden ist.

Nach einem mehr oder weniger anstrengenden Tag mit einer Bergwanderung, einer Besichtigung der vielen Sehenswürdigkeiten oder einem Stadtbummel in den beiden Stadtteilen Garmisch und Partenkirchen bietet der Staudacherhof feinstes Spa. Das reicht vom Außenpool über das Hallenbad, Alpin-Hammam, Dampfbad und Saunen bis zu einem großzügigen Ruhebereich. Für Entspannung sorgen auch Ayurveda-Massagen, bis hin zu Yogaangeboten. Erholung ist also garantiert.

BAYURVIDA – was mag das sein?
Gesundheitsbewusste Gäste können im Staudacherhof etwas Besonderes genießen: Vegetarische und vegane Kost ist ohnehin selbstverständlich, aber hier gibt es BAYURVIDA. Wie man zu Recht vermuten könnte ist das eine Verbindung zwischen Ayurveda und bayerischer Kost. Spiritus rector ist Sascha Horst, der zusammen mit dem weiteren Ayurvedaspezialisten Andreas Hollard, einer Kapazität in der ayurvedischen Küche, die spezielle BAYURVIDA-Küche entwickelt hat. Dabei wird die traditionelle, regionale bayerische Küche mit frischen Zutaten aus der ayurvedischen Küche verbunden. Interessant ist, dass Horst versucht, für die 146 ayurvedischen Gewürze ein heimisches Pedant zu finden.

 






Zum Essen oben ein paar Bilder. Worte würden das Genossene nur unzulänglich umschreiben, Bilder sind da viel aussagekräftiger.

Was ich aber unbedingt noch erwähnen muss: Ich bin ja laufend auf Reisen und in vielen Hotels. Aber im Staudacherhof ist sowohl die Fachkompetenz wie die Freundlichkeit des Personals, von der Rezeption über den Service bis hin zum Reinigungspersonal  außergewöhnlich. Dass dies auch die Küche ist, das muss man ohnehin nicht extra erwähnen. Ich durfte sie zweimal genießen - wunderbar. 


Wandern in seiner schönsten Form
Kein Geringerer als Hotelchef Peter Staudacher begleitete mich auf meiner Wandertour, eine Unternehmung, auf die ich mich schon lange gefreut habe. War ich doch schon einige Jahre, um nicht zu sagen wahrscheinlich zwei Jahrzehnte, nicht mehr in der Gegend gewesen. Thema der Wanderung war eine Tour, die er oft mit seinen Gästen unternimmt. Das Endziel, die Partnachklamm, versprach landschaftlichen Genuss ersten Ranges. Zuvor sollten wir die prächtige Alm- und Waldlandschaft mit dem Ausblick auf die umliegenden Berge genießen dürfen.



Und so führte Peter Staudacher mich erst durch die saftigen Almwiesen um den Doppelort, Kuhglockenmusik inklusive, zum Wald und dort gleich einmal hinauf. Ein kurzer Abstecher galt seiner Heuhütte, wo er Heu lagert, das als „Heilheu“ verwendet werden kann. Von den dafür berechtigten Berufsgruppen selbstverständlich nur. Den Duft genießen dürfen aber alle. Und wie das duftete – Erinnerungen an die Kindheit, an Heuschober bei den Großeltern und kindliche Spiele im Heu kamen auf. Damals hatte noch niemand Heuschnupfen… Diesen Duft, verbunden mit den Kindheitserinnerungen, erlebte ich im Laufe des Tages noch ein paar Mal.

Daneben stand ein kleines, unscheinbares Hüttchen. Wie Peter Staudacher sagte, wäre es die einzige Hütte in der Umgebung, die noch Feuerrecht hätte. Ihm würde vorschweben, hier für seine Gäste zu grillen. Romantik pur, wenn man sich das so vorstellt.

Mit weiterem Anstieg ging es dann zur Partnachalm, die an einer landschaftlich großartigen Stelle liegt. 
 



 
Mit Blick zum Karwendel, das zumindest mit einer Ecke, einem Zipfel mit ein paar Bergspitzen hinter dem Wald hervorlugte.Auch die Westliche Karwendelspitze war zu sehen. Das sagte mir zumindest meine Gipfel-App, die ich zu Rate zog. Manchmal stimmt sie ja auch. Weitaus größer war rechts davon das Wettersteingebirge im Hintergrund zu sehen.

Nach einer Pause zum Auffüllen des Flüssigkeitsspeichers - und des Magens natürlich - ging es dann hinab. Eine Eisenbrücke überspannte in schwindelerregender Höhe – es sollen siebzig Meter sein – die Partnachklamm. Sie liegt ungefähr in der Mitte der gesamten Klamm. 





 
Ein kurzer Aufstieg, nach dem Wald wieder an einer duftenden Heuhütte vorbei, und dann ging es durch die Wiesen zum Klammeingang. Ab jetzt begleiteten auch Tafeln des Geologisch-naturkundlichen Lehrpfades den Weg. Man sollte sich die Zeit nehmen, sie zu lesen, denn sie erzählen viel über das was man sieht – oder ohne Erklärung halt nicht sieht.






Im Wurstelkalk: durch die Partnachklamm
Eine der großen Sehenswürdigkeiten des Ortes ist die 700 Meter lange Partnachklamm. Wie Wikipedia erklärt, geht sie auf die Einlagerung von „Wurstelkalk“, also Muschelkalk, im mittleren Trias vor etwa 240 Millionen Jahren zurück. Später lagerten sich noch weichere Mergel ab, die heute passenderweise als „Partnachschichten“ bezeichnet werden. Hier hat sich im Laufe der Jahrmillionen die Partnach bis zu über achtzig Meter tief eingeschnitten. Bereits im 18. Jahrhundert waren in ihr Einheimische tätig, die Brennholz aus dem Reintal trifteten, ein lebensgefährliches Unternehmen, das bis in die 1960er Jahre ausgeübt wurde. Heute aber werden sogar Fackelwanderungen angeboten. Oder man wandert einfach hindurch und erfreut sich an der wilden Natur – für mich als großer Fan von Klammen wie immer ein herrliches Erlebnis.






Und vorbei war es mit der Wandereinsamkeit. Klar, es war Sonntag, bestes Wanderwetter, da war die halbe Welt unterwegs. Und ich war zwar nicht der einzige, aber es ging doch im Prinzip in der Gegenrichtung der Besuchermassen. Man sieht einfach, Natursehenswürdigkeiten sind nach wie vor gefragt. Und so kämpfte ich mich auf dem schmalen Weg und durch dunkle Gänge an der Klamm entlang. Manch Gesicht eines kleinen Kindes, von den Blicken der Hunde, die da mit mussten, ganz zu schweigen, drückte zwar nicht unbedingt übergroße Begeisterung aus, aber alles in allem ist die Partnachklamm ein großartiges Erlebnis.


 












 



 
Und viel zu schnell war die Klammherrlichkeit auch schon wieder vorbei. Am Klammende wartete aber noch eine Überraschung, die es wohl nicht mehr lange geben wird. So konnte es man zumindest nach den Baumaßnahmen  schließen: Ein verfallenes Gasthaus, so richtig nach Gusto eines Lost places-Fans. Das ist zwar nicht meine direkte Spezialität, diese morbide Romantik genieße ich aber trotzdem immer wieder. Die Fotos davon schlossen diesen herrlichen Tag ab.












Halt. Doch nicht ganz: Das wiederum herrliche Abendmenü im Hotel Staudacherhof folgte noch. Es soll nicht unterschlagen werden, denn seine Qualität würde eigentlich nach einer Wiederholung schreien. Warum auch nicht, und zwar nicht erst in zwei Jahrzehnten …
 









Info:
Hotel Staudacherhof, Höllentalstraße 48, 82467 Garmisch-Partenkirchen
Telefon: 0049 8821 929-0

Touristinfo Garmisch-Partenkirchen
Telefon: 0049 8821 180 700
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