Friaul-Julisch Venetien
Kulturreise ins
UNESCO-Welterbe
Die
wechselvolle Geschichte von Friuli
Venezia Giulia reicht Jahrtausende zurück. Die Region ist ein
Knotenpunkt der Kulturen und der europäischen Geschichte. Aquileia ist eine der bedeutendsten
Ausgrabungsstätten Italiens und UNESCO-Welterbe.
In
der 181 vor Christus gegründeten, und bald viertgrößten Stadt Europas mit Forum
Romanum, Basilika, Via Sacra und Stadtmauer, feiert das Römerreich seine
Auferstehung. Cividale del Friuli
war einst Hauptstadt der ersten langobardischen Herzöge in Italien und ist
ebenso UNESCO-Welterbe. Der Tempietto longobardo und das Christliche Museum des
Doms, die Teufelsbrücke und die Ipogeo Celtico sind einzigartige Zeugen der
Langobarden.
Ins
venezianische Rokoko versetzt Udine,
die „Stadt des Tiepolo“. Der Maler verbrachte in Udine die produktivste Periode
seiner künstlerischen Laufbahn. Im Palazzo Arcivescovile, im Dom und in der
Galleria d’Arte Antica sowie im Schloss über der Altstadt sind viele seiner
Meisterwerke zu bewundern. Görz ist
die Grenzstadt zwischen Italien und Slowenien. Mit ihren mittelalterlichen Häusern unterhalb
der Burg galt sie zu Zeiten der Habsburger als das „österreichische Nizza“.
Triest war
einst wichtigster Hafen der Donaumonarchie und ist heute berühmt durch seine
Multikultur, Palazzi vom Barock bis zum Historismus sowie wegen des
weltberühmten Schlosses Miramare.
Aufgrund seiner strategischen Lage stand Friaul-Julisch Venetien oft im
Mittelpunkt großer Auseinandersetzungen und wichtiger geschichtlicher
Umwälzungen. Am Isonzo wurden im
Ersten Weltkrieg zwölf Schlachten geschlagen. Heute erinnern Umzüge in
historischen Kostümen und Rundwege an die furchtbaren Geschehnisse. Für
Kriegshistoriker sehenswert sind außerdem der Themenpark zum Ersten Weltkrieg in Monfalcone und das Museum des 1. Weltkriegs in Ragogna
sowie die vielen Gedenkstätten für die Opfer des ersten und zweiten Weltkriegs.
Grosse Naturerlebnisse und Foto-Trekking in Friuli
Venezia Giulia
Die
Region Friaul-Julisch Venetien im Nordosten Italiens ist ein Naturerlebnis: Zu
erkunden gibt es 16.000 Hektar Lagune,
drei Naturparks und 13 Naturschutzgebiete, in denen die Zeit teilweise
stillzustehen scheint. Die Friaulischen
Dolomiten zählen seit kurzem zum UNESCO-Weltnaturerbe. Die Julischen und Karnischen Voralpen
stecken voller entdeckenswerter Gipfel, die bei Tarvisio selbst internationale Alpinisten anlocken.
Ein
lohnendes Ziel für Genusswanderer sind die Laghi Fusini, an welchen sich tatsächlich noch Luchs und Bär gute
Nacht sagen. Die Täler entfalten eine ganz eigenständige Kultur: Im Resia-Tal werden seit dem 7.
Jahrhundert slawische Sprache und Traditionen hoch gehalten – so auch in der
deutschen Sprachinsel Sauris in
den Karnischen
Alpen, das gleichzeitig
ein „kulinarisches Wahrzeichen“ Friauls darstellt.
Die
Alpen im Norden Friuli Venezia Giulias sind
allesamt lohnende Ziele für eine
Fototrekkingtour auf dem Rücken eines
Pferdes – etwa von Ovaro über Sauris nach Lauco mit Übernachtung in
Bauernhöfen oder Hütten.
Den Radlern bietet sich in der gesamten
Provinz Friuli Venezia Giulia ein umfangreiches Angebot an Strecken – für
Straßenräder ebenso wie für Mountainbikes. Wer noch „Meer“ sehen will, kann
durch die 16.000 Hektar Lagune in
die Pedale treten, die zwischen Grado und Marano liegen. Hier gibt es heute
noch teilweise einfache Fischerhütten
(casoni) der einstigen Lagunenfischer – und sonst nur sandige Landzungen die
von bis zu 320 Vogelarten bevölkert werden. In Precenicco kann man ein Hausboot entern, um diese traumhaften
Landschaften und Vogelwelten zu erforschen. Am ältesten Meeresschutzgebiet
Italiens bei Miramare können sich Gäste an begleiteten Tauchgängen vom Alltag ausklinken.
Sommer in Friuli Venezia Giulia: Sonne, Wein und Meer!
Friuli Venezia Giulia ganz im Osten Oberitaliens ist eine der vielfältigsten ita-lienischen
Urlaubsregionen: Sie zieht sich von den Karnischen
und Julischen Alpen und den Dolomiten
im Norden mit bis fast 2.800 Meter hohen Bergen über die bekannten Weinhügel des Collio und die Poebene
bis zum Golf von Triest und die bekannten Badeorte an der oberen Adria. Dort liegt ein Knotenpunkt der
europäischen Geschichte und noch heute treffen in Friaul-Julisch Venetien
Kulturen aufeinander wie sonst nirgendwo in Italien.
Neben
Italienisch wird hier auch Deutsch, Furlanisch und Slowenisch gesprochen. Urlauber
entdecken in den Städten und im Hinterland eine fast unglaubliche
landschaftliche, kulturelle und gastronomische Vielfalt: Von der römischen
Ausgrabungsstätte Aquileia über Udine – die „Stadt des Tiepolo“ und Gorizia – das „Nizza der
österreichischen Kaiserzeit“ – bis zum habsburgischen Triest gibt es Faszinierendes zu entdecken. Absoluter Pluspunkt –
auch für Kurzreisen: Friuli Venezia Giulia, die „am nächsten liegende italienische Versuchung“. Von München
sind es nur 450 Kilometer oder etwas mehr als vier Stunden Autofahrt bis Udine,
von Salzburg 320 Kilometer oder knapp drei Stunden.
Überlandpartie vom Adriastrand in die Kunststädte
Schon
die österreichische Kaiserfamilie kam zur Sommerfrische in die Lagune von Grado. Die venezianische
Jahrhundertwende-Architektur in den schmalen Gassen erinnert heute noch daran. Schloss Miramare an der schroffen
Karstküste am Golf von Triest war über Jahrzehnte eine Sommerresidenz der
Habsburger – Triest selbst der
wichtigste Schiffshafen der österreichisch-ungarischen Monarchie.
Heute
ist die Obere Adria von Friuli Venezia Giulia bei den Österreichern nach wie
vor die eindeutig beliebteste Adresse für einen Urlaub am Meer. Lignano Sabbiadoro ist der Hot Spot
für Strandläufer und Einkäufer an der oberen Adria – und gemäß Ernest Hemingway
das „kleine Florida Italiens“. Das bekannte Nightlife, die vielen Shops und
Boutiquen sowie der acht Kilometer lange, goldfarbene Adriastrand sorgen für
das unvergleichliche Gefühl des „Dolce far niente“. Ebenso sehenswert sind
viele weniger bekannte Orte in Friuli Venezia Giulia: Muggia etwa, das einzige „istro-venezianische“ Städtchen der
Region. Oder Pordenone, dessen
Stadtbild zwischen romanischen,
barocken und gotischen Einflüssen pendelt. Und natürlich das elegante Udine, das Schmuckkästchen des
bedeutenden venezianischen Malers Tiepolo. Gorizia ist der Schmelztiegel Mitteleuropas, in dem römische,
slawische und germanische Kulturen aufeinandertreffen.
Die Kunst des Feierns und Genießens
Prosciutto crudo San Daniele, Tocai Friulano,
Montasio-Käse: In Friuli Venezia Giulia treffen sich Feinschmecker,
Weinkenner und Lebensgenießer. Die Triestiner und Görzer Küche variiert
wohlschmeckend zwischen habsburgischen und slawischen Rezepten. An den
Küstenstraßen reihen sich Restaurants aneinander, die fangfrischen Fisch
kredenzen. Durch die Wein- und
Gastronomiestraßen, die sich von den Bergen zum Meer schlängeln, ist
Friuli Venezia Giulia das
„Gelobte Land“ für Gourmets und Weintouristen.
Wichtig: Termine für
Genießer
Eine
besondere Gelegenheit sind im Frühling die Cantine aperte (21.–27.05.12),
für welche viele Weinbauern der Region ihre Keller öffnen. Oder das
Schinkenfest von San Daniele „Aria di
festa“ (22.–25.06.12),
bei dem die Hersteller mit den Prosciutto-Schneidemaschinen im Dauereinsatz
sind. Ein Pflichttermin sind die Sapori
Pro Loco (12.–13. + 19.–20.05.12), welche vor der malerischen Kulisse
der Villa Manin in Codroipo begangen werden: Im weitläufigen Park der
Sommerresidenz des letzten Dogen von Venedig, verwöhnen regionale
Spezialitäten, begleitet von Musik und Theater, die Sinne. Der Sommer in Friuli
Venezia Giulia steckt auch voller künstlerischer Genüsse: Vom Triestiner Filmfest
Maremetraggio (29.06.–07.07.12) bis
zum Alpe Adria Puppet Festival
(20.–26.08.12) in Grado und Gorizia spannt sich der Bogen. Das MittelFest von Cividale del Friuli (07.–22.07.12)
ist ein Festival mit Prosa, Musik, Tanz, Poesie und Figurentheater, der Sergio-Amidei-Preis ein anerkanntes
Kinofestival im Schloss Görz. Im Ferragosto und Herbst gibt es wieder
Gelegenheit zum Verkosten und Gustieren nach Lust und Laune: Calici di Stelle (10.08.12) steht in
mehreren Orten für traditionelle Qualitäts-Weinverkostungen unter freiem Himmel
in der Nacht von San Lorenzo. Um die leiblichen Genüsse geht es ebenso beim
vier Tage dauernden Stadtfest „Friuli
Doc“ in Udine (13.–16.09.12),
bei dem sich jedes Jahr hunderttausende Gäste tummeln. Mit dem Kürbisfest (27.–28.10.12) in Venzone ist man dann tatsächlich bei den
herbstlichen Genüssen von Friaul-Julisch Venetien gelandet.
Wein- und Gourmetreise quer durch Friuli Venezia
Giulia
Für
Österreicher ist es ein offenes Geheimnis, dass Friuli Venezia Giulia in Oberitalien ein Treffpunkt für Weinkenner
und Feinschmecker ist. Wein- und
Gastronomiestraßen ziehen sich von den Alpen bis zur Adria. 1.500 Weingüter laden zur Verkostung
von autochthonen „Top White Wines“ wie Ramandolo
und Picolit oder Tocai Friulano ein – und das sind nur
drei von vielen herausragenden Tropfen, die in neun DOC- und zwei DOCG-Weinbaugebieten kultiviert werden.
Für
eine „bissfeste“ Grundlage sorgt die vielseitige Küche von Friaul-Julisch
Venetien, welche die großen kulinarischen Traditionen Mitteleuropas, des Veneto und
des Slawischen Raums vereint.
„Kostbar“ ist alles – von der Fischsuppe Boreto a la graisana über die karnischen Cjarsons bis zum friaulischen Frico. Die Küstenstraßen sind übersät mit Lokalen und Restaurants,
die frisch gefangene Meeresfische und
Schalentiere servieren. Vieles aus dieser Region zählt bereits zu den
europaweit geschätzten und zertifizierten Delikatessen, wie der Prosciutto San Daniele, der Montasio-Käse, Grappa Friulano, Balsamico
oder Natives Olivenöl Extra
Tergeste.
Info:
Friuli
Venezia Giulia, Via Carso, 3, I 33052 Cervignano del Friuli (UD), Telefon 0039 0432 387111, Fax
0039 0432 387199, www.turismofvg.it
Anreise
Flug:
Aeroporto Friuli Venezia Giulia–Ronchi dei Legionari (Go) –Trieste,
Regionalflughafen Triest, 33 km von Triest, 40 km von Udine, 20 km von Gorizia,
80 km von Pordenone entfernt.
Auto:
Autobahn A23 Tarvisio–Udine–Palmanova , Autobahn A4 Turin–Triest, Autobahn A28
Portogruaro - Conegliano
Bahn:
täglich bis zu 10 IC-Verbindungen aus Österreich zwischen
Venezia-Udine-Villach-Klagenfurt, tägliche ÖBB Nachtzugverbindung von Wien nach
Udine und Venedig. Inneritalienische Bahnverbindungen: Triest–Gorizia–Udine,
Udine–Palmanova–Cervignano–S. Giorgio di Nogaro , Udine–Cividale,
Udine–Tarvisio, Gemona–Pinzano–Sacile, Udine–Venedig, Casarsa–Portogruaro,
Triest–Monfalcone–Cervignano–Venedig
Fotos:
Marco Milani (Friuli Venezia Giulia), Mittagskofel, Alessandro Castiglioni, Zambelli,
(Friuli Venezia Giulia)

























