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Algund und drumrum
Interessante Tage im
Meraner Land
Gleich interessant wie bei den beiden
vorangegangenen Veröffentlichungen geht es hier weiter: Eine Kräuter- und
Kindergeeignete Wanderung und Wandermöglichkeiten aller Klassen, alles möglich
von Algund und vom Hotel Wiesenhof **** aus.
Kräutern mit Melanie –
nebst persönlicher Erweiterungsempfehlung
Am nächsten
Tag stand eine Kräuterwanderung auf dem Programm. Geführt wurde sie von Melanie
Lochmann vom Aschbacher Hütterhof, einer diplomierten Kräuterpädagogin, die
diese auch für den Tourismusverband anbietet. Los gings an der Bergstation der
Seilbahn Aschbach, wo ich schon erwartet wurde. Dabei war der Joris, der einjährige
Nachwuchs in der Bauchtrage, was für zusätzliche Unterhaltung sorgte.
Danach ging es in den grünen Wald und zwar auf
den Walderlebnispfad, der uns in einer Acht durch den Aschbacher Wald führte.
Gut markiert führte er uns an vielen Lern- und Mitmachstationen vorbei, sei es
nun ein Waldxylophon oder in einer Art Baumstammvitrinen versteckte
Besonderheiten der Natur, vom Vogelnest bis zu den verschiedenen Tannenzapfen.
Ein Highlight für Kinder sind sicher die Schatzkisten, die geöffnet werden
können, und in denen Überraschungen zu besichtigen waren. Oder der Barfußpfad,
auch das immer eine Spaß machende Einrichtung. Interessant war auch das
Eisloch, das am Wegrand lag – wie auch an anderen Stellen ist dies eine Höhlung,
in der aus Spalten im Erdreich kalte Luft strömt. Manchmal sind sogar im Sommer
auch die Pflanzen am Rand vereist, an diesem Tag allerdings nicht.
Unterwegs
kamen wir an dem einen oder anderen Kräutlein vorbei, das Melanie benennen,
erklären und seine Verwendung in Küche und Hausapotheke beschreiben konnte. Den
Rest schlugen wir später in ihrer Gaststube nach. Für mich gab es zum Abschluss
einen leckeren Salat, Knödel nach Carpaccio-Art und Wildkräuter-After Eight, um
es mal so zu sagen.
Auch für die Teilnehmerinnen ihrer Führungen, die sie über
den Tourismusverband anbietet, sind diese eine interessante Sache. Man kann
sicher sein, dass die Teilnehmer/innen ihrer Wanderungen künftig so manches
bisherige Unkraut künftig anderen Verwendungen zuführen. Auf ihren offiziellen
Führungen wird anschließend ein leckeres Elixier aus gesammelten Kräutern
zubereitet und man kann verschiedene Wildkräuter verkosten.
Weiter zum Vigiljoch und Schwarzer Lacke
Und ist man
schon mal oben am Berg und hat ein gutes Stück des Tages noch vor sich, bietet
sich auch eine herrliche weitere Tour an, die man noch problemlos unternehmen
kann.
Ziele hierbei sind dabei das alte Kirchlein auf dem Vigiljoch, das in
einer bezaubernden Lage liegt und durch seine Fresken ein kunsthistorisches
Kleinod ist, sowie der idyllische Weiher Schwarze Lacke – dabei gibt es auch
Einkehrmöglichkeiten.
Ein ausgeschilderter Weg weist zum „Vigiljoch“, wobei man
einen eher gemütlich ansteigenden Forstweg oder den steileren Pfad nehmen kann.
Eine weitere schöne Strecke ist die über die Naturnser Alm.
Von der Kirche aus
sind es nur noch rund 20 Minuten bergab zur Schwarzen Lacke.
Danach wandert man
teilweise steil und mehrmals die Forststraße querend zurück nach Aschbach, wo
einen die Kabine wieder erwartet.
Locker wandern auf dem Algunder Waalweg
Ein eher
gemütlicher Spaziergang für die ganze Familie ist der berühmte Algunder Waalweg, den ich auch schon einmal
nach früher Anfahrt gleich angegangen bin.
Entlang der typischen
Wasserrinne gelegen bietet der fast ebene und etwa fünf Kilometer lange Weg
einen atemberaubenden Ausblick auf Algund sowie das Meraner Land.
Vor sich hat
man immer die Weinberge – man befindet sich immerhin in einer der ältesten
Weinbaugemeinden Südtirols und auf die lange Tradition weist schon die
Weintraube im Algunder Dorfwappen hin.
Ab Gratsch, einem Ortsteil von Meran
kann man dann über den Tappeinerweg bis in das Zentrum der „Sisi-Stadt“ Meran
weiterspazieren.
In den Naturpark
Texelgruppe
Das
alpinistische Highlight gleich „hinter“ Algund ist wohl die Texelgruppe, um die
auch der Meraner Höhenweg führt. Über 100 Kilometern umrundet dieser in einer
Höhe von zirka 1400 Metern Südtirols größten Naturpark. Dieser ist aber eine
recht strenge Unternehmung, zu der uns seinerzeit auch die Zeit fehlte. Auch
wenn die Spronser Seenplatte schon lockte. Sollte also nicht sein. Aber wir
fuhren Kondition- und Zeit sparend mit einem nostalgischen Einersessellift und
dem abenteuerlichen Korblift, in dem man sich wie im Löwenkäfig vorkommen kann
bergauf und erreichten danach in wenigen Minuten die Leiteralm, die sich
bereits im Naturpark Texelgruppe befindet. Nun folgte eine überaus
aussichtsreiche Wanderung: Wir sahen die Konturen von Weiß- und Schwarzhorn,
die Ausläufer der Dolomiten und den Tschöggelberg, in Richtung Vinschgau, auf
die Berggipfel der Ortlergruppe, in das Meraner Becken mit Algund, Meran, Dorf
Tirol, Schenna, nach Süden bis nach Eppan und Bozen. Einen Großteil von
Südtirol also - was könnte schöner sein?

Wir folgten
nun dem wunderschönen und aussichtsreichen Hans-Frieden-Felsenweg. Es ist ein
schmaler, abenteuerlicher, aber gut zu gehender Weg, der mit leichtem Auf und
Ab zum Gasthof Steinegg und weiter zum Hochmuth führt. Das Wetter war herrlich,
und so war hier auch viel los, „Gegenverkehr“ und „Überholerles“ in gleicher
Richtung. Immer wieder hieß es stehen bleiben und die Aussicht genießen - nach
hinten zur Texelgruppe (auf dem Rückweg wandert man auf sie zu, aber das
wussten wir noch nicht), nach vorne in Richtung Meran 2000, Ifinger, Algund und
Meran.
Nach dem
Hochmuth nahmen wir den Vellauer Felsenweg, der nicht umsonst als „Nur für
Schwindelfreie“ markiert ist. Es ging wirklich meist senkrecht hinab, und zum
Glück war hier der Gegenverkehr gleich Null. Die kritischsten Stellen sind aber
durch eine massive Stahlkette gut versichert. Vor uns lagen immer noch immer
die noch schneebedeckten Riesen der Texelgruppe und schließlich erreichten wir
nach einer Stunde Vellau.

Die Bergbahn verschmähend vertrauten wir uns dem Saxner
Weg einem romantischen Steig mit
herrlichen Ausblicken in den Vinschgau. Auf ihm werden Wanderer mit einem Blick
über Meran hinweg bis nach Bozen und vom Ortlermassiv bis zu den Dolomiten
belohnt. Ein mystischer Weg auch, denn immer wieder kommt man an Stellen und
Aussichtspunkten vorbei, die anderswo sicher als Kraft- oder Glücksplätze
ausgewiesen wären. Als Boten der Urzeit huschten unzählige Eidechsen in ihre
Verstecke und immer wieder waren Steine zu kleinen Steinmanderl aufgeschichtet,
manchmal auch spitze Steine senkrecht aufgestellt. Von Kinderhand, von
Künstlerhand oder von Geisterhand? Man würde sich über nichts wundern. Ab dem
Saxnerhof ging es zwar auf einem Sträßchen weiter, dafür aber mit herrlicher
Aussicht über Weinberge und Obstplantagen zu den Höfen, Dörfern, zur Kirche und
zu Schlössern.
Dieter Buck
Info:
www.algund.info
Interaktive Wanderkarte: https://maps.algund.info
Fahrpläne ÖPNV (wie auch die
Bergbahnen mit dem Südtirol GuestPass Algund kostenlos
nutzbar: www.suedtirolmobil.info
Wetterauskunft:
www.provinz.bz.it/wetter
Karte:
1:25000
Kompass Karte 053 Meran
Unterkunft:
Hotel Wiesenhof
****, www.wiesenhof.com. Hier fehlt nichts, von feiner Küche über
Wellnessangeboten bis zu geführten Wanderungen wird alles geboten, was man sich
nur wünschen kann.
Gasthof
Oberlechner, Vellau 7, I 39022 Algund,
0039 (0) 473 448350, GPS 46.696194, 11.117917
Melanie Lochmann, www.sunnkraut.com, www.huetter-hof.com,
info@sunnkraut.com
Die Touren
von Martin und Melanie werden über den Tourismusverein angeboten.
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Dieter Buck
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