Freitag, 17. April 2015

Eugen Maria Schulak / Rahim Taghizadegan: Die Alpenphilosophie

Eugen Maria Schulak
Rahim Taghizadegan: 
Die Alpenphilosophie

 



Wie alle Bücher aus dem Servus-Verlag ist auch das hier vorliegende etwas Besonderes (vom Fernsehprogramm her ganz zu schweigen!). Das will etwas heißen in der literarischen Branche, der ja laufend neue Werke auf den Markt wirft. Aber Servus ist halt Servus



Die Alpen sind seit jeher, na ja, seit rund 200 Jahren, eine traumhafte Naturlandschaft, die Städter, Urlauber und Einheimische, nicht zu vergessen Künstler und Schriftsteller, magisch anzieht.



Doch worin liegt die Faszination am Landleben, die Liebe zur Natur und den Bergen eigentlich begründet? Ist es nur bloße Nostalgie, Back to the roots, früher war alles besser-Denken, small is beautifull, Entschleunigung und Vereinfachung nach dem Motto „Simplify your Life“? Welches vergessene Wissen schlummert in den verwinkelten Tälern, kleinen Dörfern und gemütlichen Wirtshausstuben?



Das, was man heute Erdung nennt, die Verwachsenheit mit der Scholle und der Sinn fürs unmittelbar Notwendige, das müssen wir bei den Bauern suchen. Denn die Arbeit auf dem Land ist die älteste, ursprünglichste Tätigkeit des Menschen. Hier ist ja "Scholle" im übertragenen Sinne "Heimat".



Das haben der Wiener Eugen Maria Schulak und der gebürtige Iraner Rahim Taghizadegan gemacht: Die beiden Philosophen haben sich auf eine Spurensuche nach vergessenen Weisheiten und Werten des Alpenraums gemacht. Inspiriert von dieser Vielzahl an Eindrücken, entstand ein philosophisches Alpenpanorama. Entdecken Sie mit den beiden Philosophen die schönen Seiten des einfachen Lebens!



Dazu bereisten sie den Alpenraum in Österreich, Süddeutschland, Liechtenstein und der Schweiz. Sie besuchten Betriebe und Museen, Höfe und Almen, Feste und Gipfel, um sich mit Bauern, Handwerkern und Traditionshütern zu treffen. Sie sprachen mit ihnen auf Augenhöhe über Philosophie und hörten aufmerksam zu.



Das Resultat ist ein philosophisches Alpenpanorama, das die tiefen Weisheiten des einfachen, sinnerfüllten Lebens beschreibt. Denn die Alpenbewohner haben ihre ganz eigene Philosophie. Von den einfachen, ehrlichen Weisheiten können moderne Städter nur profitieren, sind sich die beiden Autoren sicher. Zumindest befassen sollten sie sich mal damit, nicht nur oben stehen und auf die vermeintlich „einfache“ Landbevölkerung herab blicken, wie es leider auch heute immer noch geschieht. Man braucht sich bloß mal überlegen, warum Alpenbewohner kein Yoga und keine Meditationsstunde brauchen, um zu sich zu finden? Na also!



Das Buch ist gegliedert - nach den bäuerlichen Lebenserfordernissen, nach dem, wonach sich der Landmann richten muss: nach den Jahreszeiten. Nicht gerade üblich für ein philosophisches Werk. Jedes Hauptkapitel, jede Jahreszeit, beginnt mit dem passenden Lebenszyklus, beginnend mit der Kindheit im Frühling, gefolgt von der Jugend, der Reife und dem Alter. Weitere Kapitel heißen Saat, Arbeit, Ernte und Vorsorge, Hinausgehen, Draußensein, Hineingehen und Drinnensein.



Das Buch ist nicht nur eine überaus lesens- und nachdenkenswerte Schrift, es ist auch, rein optisch und haptisch gesehen, ein Genuss - obwohl dieses ja nicht unbedingt das Hauptkriterium für ein Buch ist, nebensächlich ist es trotzdem nicht: Schöne Layout, schöne Schrift(en), schöne Fotos: auch von der Anmutung her ein Volltreffer - unter einem philosophischen Werk stellt man sich gemeinhin wohl etwas anderes vor.



Zu den Autoren:

Rahim Taghizadegan, 1979 als Iraner geboren, wuchs in Österreich auf. Er studierte Physik, Wirtschaft und Soziologie in Wien und Lausanne und arbeitet heute als Wirtschaftsphilosoph. Taghizadegan unterrichtete an zahlreichen Universitäten in Österreich, Liechtenstein und Deutschland und gründete 2006 das Institut für Wertewirtschaft. Zudem ist er wissenschaftlicher Assistent an der Internationalen Akademie für Philosophie in Liechtenstein. Er lebt meistens in Wien, seine Frau aber derzeit in Bern, daher pendelt er regelmäßig über die Alpen.



Eugen Maria Schulak, 1963 in Wien geboren, studierte Gitarre, Psychologie, Geschichte und Philosophie mit Promotion bei Konrad Paul Liessmann. Er gründete 1998 die Philosophische Praxis in Wien und war 1999 Mitbegründer der Siemens Academy of Life; seit 2008 philosophisches Engagement am Institut für Wertewirtschaft. Schulak ist Gastlektor an zahlreichen Fachhochschulen und Universitäten und arbeitet in Wien als philosophischer Berater, zunehmend auch wieder als Musiker (The Fiery Rosebuds). Die Alpen sind Teil seiner schönsten Kindheitserinnerungen.



Eugen Maria Schulak / Rahim Taghizadegan: Die Alpenphilosophie. Mit Photographien von Peter Rohrmoser. 272 Seiten, 18,5 x 3 x 25,4 cm, Hardcover, Servus Verlag, 1. Auflage, 2015. ISBN 978-3-7104-0004-9. 21,95 € (A/D), 31,50 sFr. Auch als E-book erhältlich.




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Dieter Buck
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