Mittwoch, 9. Oktober 2019

Südtirol: Kräuterwanderung um Welschnofen im Eggental

Unbezahlte Werbung
Giersch und Löwenzahn im Banne
des Rosengartens
Mit Helga auf Kräuterwanderung



Langer Rede, kurzer Sinn: Südtirols Kräuter lockten. Auch im Herbst gibt es da noch vieles zu sehen und zu lernen. Begleitet wurden eine kleine Gruppe unerschrockener und wetterresistenter Wanderer und ich von Helga, einem wandelnden Lexikon was Heil(und natürlich auch Gift-)kräuter und ihre Anwendung in der Naturheilkunde anbelangt.



Und so wurde aus einer Tour, die meine Wanderapp nachträglich mit einer Wanderzeit von 2,5 Stunden auswies, eine ausgedehnte Tagestour von mindestens sechs Stunden. Dafür haben wir Unmassen von Wissen aufgesogen. Wobei ich ehrlicherweise zugestehen muss: Bei so einer Menge an Informationen bleibt nur ein Teil hängen, so viel kann man auch gar nicht aufschreiben.





Aber das ist nicht tragisch: Wenn man erst mal auf die Spur gebracht wurde, dann weiß man selbst, wo man nachschlagen muss und wo man was findet. Worauf man achten muss, das steht dann auch in der besseren Literatur. Hauptsache, man hat erst einmal Lunte gerochen. Und ich glaube, das haben wir Teilnehmer alle.






Information ohne Ende
Deshalb möchte ich auch gar keine Erklärungen zu den einzelnen Pflanzen abgeben. Die Gefahr, etwas zu verwechseln wäre zu groß und wie gesagt, nachschlagen kann man ja immer.

Schön ist, dass die uns gezeigten Kräuter nichts Exotisches ist, das man nur in hohen Alpenregionen findet – Stichwort Edelweiss – sondern dass es ganz normale Wiesen- und Gartenpflanzen sind – andere sagen vielleicht Unkräuter dazu , die man überall und auch im Flachland pflücken kann.





Ausgehend von Welschnofen fuhren wir also kurz mit dem Bus zur Haltestelle Adler. Dort ging die Wanderung los. Bzw. wir waren zuerst einmal an den Ort gefesselt, denn Helga entdeckte gleich danach die ersten Kräuter und Pflanzen. Zum Beispiel eine Distel, aus deren wolligen Überresten der Blüte man früher Babykopfkissen gemacht hat. 

Danach folgten Schlag auf Schlag Beifuß – der „kleine Bruder des Wermuth“ , eine ganz wichtig Pflanze, die sie uns als „Männerkraut“ verkaufte, gut für die Potenz und Prostatabeschwerden – schlichte Brennessel aber – Pestwurz, Weideröschen, Johanniskraut, Schafgarbe, Guter Heinrich (mitsamt der interessanten Geschichte seiner Namesgebung), Löwenzahn, Giersch, Kanadische Goldrute, Berberitze und Beinwell. Wo es ging durften wir auch probieren.








Essen und Trinken auf der Alm
Ganz erschlagen von dem vielen Gelernten kamen wir dann auf der Stadlalm an. Leckereien wie Speckknödelsuppe, bisher ungekannt verziert mit Blumen und leckerer Kuchen brachten uns wieder in die Wirklichkeit zurück.






Der zweite Teil der Kräuterwanderung begann mit der Geschichte der Königskerze, von der ein Prachtexemplar noch im Bauerngarten der Stadlalm blühte. Danach war die Tour Bäumen gewidmet.







Das war auch nicht uninteressant. Helga erzählte zu verschiedenen uralten Fichten, Lärchen und Wildkirschen am Wegesrand viel über deren Geschichte, ihre Bedeutung als Kraftorte, ihre Natur und Daseinsberechtigung. Zum Thema Lärchen übrigens unten ein Tipp für ein sehr empfehlenswertes Buch.



Danach folgte der Rückweg auf einem teils wilden, sprich interessanten Weg, den sicher nicht jeder kannte.





Fazit: Helgas Kräuterwanderungen sind fast ein „Muss“ für jede/n der/die sich für diese Sache interessiert. Noch empfehlenswerter finde ich sie aber für Leute, die sich noch nie mit dieser Wissenschaft befasst haben. Man lernt und erfährt Dinge, die man sich vorher nicht einmal erträumt hätte. Und wenn man neugierig bleibt und sich Literatur zum Weiterlesen anschafft – was Besseres kann man aus einem Urlaub doch gar nicht mitnehmen.

Aber der Tag war ja noch nicht zu Ende. Es folgte das wie immer feine Abendmenu. Heute nach dem Gruss aus der Küche Spinatknödel, Blumenkohlsuppe, Maispoularde und Tiramisu. Das Charmehotel Friedrich verwöhnt seine Gäste …







 Weitere Impressionen von der Kräuterwanderung






 












Info:
Eggental Tourismus,
https://eggental.com/de
+39 0471 619500
                                                   
Unterkunft:
Charmehotel Friedrich***, www.friedrich.it

Karte:
Wandern Rad Skitouren 54 Bozen und Umgebung, Kompass, 1:50 000

Literatur:
Franz Hauleitner: Dolomiten 2, Eggentaler Berge – Latemar – Rosengarten. 50 Touren. Rother Wanderführer. ISBN 978-3-7633-4059-0, 14,90 €

Speziell zur Lärche gibt es ein sehr empfehlenswertes Buch:
Elisabeth Unterhofer/Irene Hager: Die Lärche. Tradition & Heilkunde
Hier finden sie eine ausführliche Besprechung: http://reisebuecherwanderfuehrer.blogspot.com/2019/10/elisabeth-unterhofer-irene-hager-die.html
(Bitte durch Kopieren aufrufen)

Kräuterwanderung (Info und buchbar über Eggental Tourismus)
Helga Tschager
info@sunapart.eu
Telefon 0039 3383968487

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Dieter Buck
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