Samstag, 16. Juli 2016

Obertauern im Pongau: Vom Hotel Steiner**** zum Johannesfall - unbezahlte Werbung

Der Johannesfall - einer der 
 höchsten im Land
Los geht’s ab dem Hotel Steiner****

 

Dass das Hotel Steiner**** in Obertauern eine erstklassige Unterkunft ist, das habe ich hier schon beschrieben. Aber warum Obertauern?





Wandern wo andere Ski fahren, so könnte man den Grund beschreiben. Obertauern liegt auf der Passhöhe zwischen dem Pongau und dem Lungau, beide im Land Salzburg. Da es bereits „oben“ liegt, hat man sich doch schon einige Höhenmeter - und Zeit - beim Anstieg gespart.





Also kann sich das reichhaltige Frühstück um Hotel Steiner**** in aller Ruhe schmecken lassen.

“It was a cold and rainy day“ war ich bei der Abfahrt versucht zu singen. Immerhin orientierte sich das Thermometer Richtung Null, und von oben kam Feuchtigkeit. Was lag also näher, als dort hinzugehen, wo es ohnehin spritzt und es auf ein paar Regentropfen mehr oder weniger nicht ankommt.





Den Johannesfall kannte ich bereits von früheren Touren. Er gehört zu den beeindruckendsten Wasserfällen im Salzburger Land, so wie er über 100 Meter in einem mächtigen Wasserschwall herabstürzt.  






„…hier wirft sich die Tauernache in herrlichem Schwunge in die Tiefe hinab und bildet ein durch Höhe und Fülle des Wasserstrahles ausgezeichnetes, höchst sehenswerthes Naturschauspiel.“
Josef Rabl, Illustrierter Führer durch Salzburg das Salzkammergut und Berchtesgadner Land, 1883



 
Der 115 Meter hohe Johannesfall in den Radstädter Tauern ist nach Erzherzog Johann benannt. Er ist einer der gewaltigsten Wasserfälle des Salzburger Landes und wurde in der Obertauern Chronik mit den Worten: „Vom Wasserfall der Taurach, der allein eine Reise nach dem Radstädter Tauern verdiente …“ gewürdigt.

Die Taurache stürzt beim Johannesfall als ein einziger, mächtiger und dicker Strahl in freiem Fall tief hinab. Das Besondere daran ist, dass hinter ihm der Wanderweg verläuft. Besonders interessant ist der Wasserfall im Winter, wenn er einen tiefen Eiskrater bildet.

Die hohe, kahle Felswand über dem Wasserfall wird im Volksmund „Freud am End“ genannt. Nach einer von Rudolf von Freisauff 1880 niedergeschriebenen Sage ist „über dieselbe ein Bursche, der nachts von seiner Liebsten, mit der er sündhaften Umgang gepflogen, heimkehrte, abgestürzt (ist). Ebendort liegt auch ein Stein, auf welchem die Fußtritte des Teufels eingedrückt sind, als er vor dem Anblicke eines frommen Hirten das Weite suchte“.







Ich fuhr also Richtung Radstadt. Unterwegs kommt man an einem Parkplatz vorbei, der einen Kurzzugang zum Wasserfall erlaubt. Das ist aber keine richtige Tour, also weiter. Ich parkte aber an der Zufahrtsstraße zur Gnadenalm. Auf der anderen Straßenseite wies ein originell gestaltetes Element auf den Rundweg „Alles Alm“ hin. Hier steigt man ein in die Tour.






Dann folgt man dem relativ neuen Schotterweg - ich kannte ihn noch nicht - durch die Weiden. Man ignoriert den rechts abgehenden Weg zur Gnadenalm - hier kommt man später zurück, aber für eine Einkehr ist es noch zu früh.





Der Weg führt recht aussichtsreich durch die Weiden, mit Blick auf die Berge, und vorbei an zum Teil mächtigen Bergahornen, die ein wenig an den Großen Ahornboden im Karwendel erinnern. Im Herbst muss das eine Pracht sein!






Nach zwei Almhütten knickt der Weg rechts ab und führt über den mächtig schäumenden Bach, der vom Wasserfall kommt. Dahinter muss man sich entscheiden: Wer nur den Rundweg unternehmen will biegt rechts ab. 







Wer zum Johannesfall will, der hier mit 15 Minuten angeschrieben ist, hält sich links. Es steigt erst an, dann wird es flacher. An einer Verzweigung nehmen wir den linken Teil. Nun ist auch schon gelegentlich der Wasserfall zwischen den Bäumen zu sehen. Von oben rauschen Zuläufe in den Bach und auch der Wasserfall ist nicht zu überhören.



  
Man nähert sich also dem Wasserfall, wie es sein sollte: Nicht abrupt, sondern allmählich, mit langsamen Schritten, um das Erlebnis voll auszukosten, mit steigendem Rauschen und zunehmender Feuchtigkeit. Schließlich kommen wir zu einem Pfad - ab jetzt sollte man trittsicher sein - der uns in wenigen Minuten zum Wasserfall bringt.




Ab jetzt wird es auch feucht. Wir können soweit gehen, dass wir hinter dem Fall zu einer Hohlkehle kommen und den Wasserfall von hinten bewundern können - dieses Erlebnis hat man nicht oft. Die letzten Meter in die Hohlkehle hilft ein Stahlseil.





Man könnte zwar weitergehen - hinter dem Fall sieht man eine Treppe steil nach oben gehen, wir drehen aber am Besten um und gehen zurück zu der Verzweigung von vorhin. Jetzt hält man sich links und wandert auf dem Schotterweg zu den Hintergnadenalmen. 






Jetzt folgen wir weiter dem Rundweg „Alles Alm“. Er führt weiter als kinderwagengeeigneter Schotterweg von den Parkplätzen der Gnadenalm oder ab der Straße zu den Almen der Hintergnadenalm. Hier kann man in der Weissenhofhittn und der Gschwendthofhütte einkehren, ansonsten in der Gnadenalm. Für Kinder gibt es zahlreiche Mitmachstationen, ein Kuhfleckenspiel, eine Murmeltierstation, einen Rastplatz mit Schaukeln - auch für Erwachsene und vieles mehr.




An der Gnadenalm biegen wir rechts ab und kommen zu dem Weg, den wir noch vom Anfang her kennen.

Info:
Der Rundweg bringt einen Höhenunterschied von etwa 220 Meter mit sich. Einkehren kann man in der Gnadenalm und den beiden Almen der Hintergnadenalm. Der Rundweg ist kinderwagengeeignet.

Zurückgekehrt ins mit Schönbrunnergelb angestrichene Hotel Steiner**** in Obertauern erwartete mich bereits das Mittagsbuffet mit einem herrlich zarten Rostbraten und Nachtischstückchen, dass man sich hätte hineinlegen können…

Info:
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Empfohlene Karten:
Kompass Wander- Rad- und Skitourenkarte Blatt 67 Lungau Radstädter Tauern; Kompass Wander- Rad- und Skitourenkarte Blatt 31 Radstadt Schladming Flachau.
Oder:
Kompass DVD Österreich, ISBN 978-3-85491-629-1, Kompass DVD Über die Alpen, ISBN 978-3-85026-430-3. (Die Karten lassen sich auch auf GPS-Geräte, iPhones und Android übertragen)



Literatur:

Dieter Buck: Wanderungen und Bergtouren im Pongau. Plenk-Verlag, Berchtesgaden.


Fotos: Dieter Buck, TVB Obertauern

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Dieter Buck
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Weitere Impressionen von der Tour zum Johannesfall:






























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