Sonntag, 25. September 2016

Das Künstlerstädtchen Klausen im Eisacktal: Wandern und Birmehlfest - unbezahlte Werbung

Herrliches Eisacktal:
Im Künstlerstädtchen Klausen und drumrum 
Zum Birmehlherbst


Grandios: Ich war ja schon viele Jahre in Südtirol und habe hier die unterschiedlichsten Hotels kennen gelernt. Aber was mir der Stephanshof in Villanders, hoch über dem Künstlerstädtchen Klausen geboten hat, schlägt alles: Ein Panoramazimmer mit einem Blick über das gesamte Eisacktal, die Dolomiten immer im Hintergrund. Zwei Balkone, einen Erker, Hallenbad, Whirlpool, Freibad, Liegewiese, Wanderführungen und, und, und. Vom feinen Essen ganz zu schweigen ...






Eigentlich bräuchte man das Zimmer im Stephanshof gar nicht mehr verlassen, nur auf dem Balkon sitzen und genießen wäre eigentlich auch schon tagesfüllend. Wäre aber schade drum.







Etwas Besonderes in der Region um Klausen: der Birmehlherbst
Noch nie davon gehört? Na, dann sind sie in guter Gesellschaft. Ich nämlich bis vor kurzem auch nicht. Dieses relativ neue Fest wurde mir nämlich heiß empfohlen, also schaute ich es mir an. 





Aber was ist Birmehl?
Das süße Birmehl diente der armen Landbevölkerung über Jahrhunderte als Süßungsmittel, denn damit konnte man den teuren Zucker sparen. Heute ist das nicht mehr notwendig, und so drohte diese Speise in Vergessenheit zu geraten.





Kein Wunder auch, dass sich niemand mehr rantraute: Die Herstellung ist nämlich recht aufwändig und zeitintensiv, und wer hat denn schon noch Zeit? Dabei kann das Birmehl sehr vielfältig verwendet werden und verleiht den damit gesüßten Speisen einen ganz eigenen Geschmack.





Um aber die Tradition nicht aussterben zu lassen, hat sich das kleine Dorf Verdings, früher auch als auch als „Birmehldorf“ bekannt, diese traditionelle Speise auf ihre Fahnen geschrieben. Schon seit einigen Jahren findet nämlich alljährlich ein Festtag, der Birmehlherbst, statt.




Unter dem Motto „Genuss, Kultur und Unterhaltung“ finden an einem Tag zwei geführte Wanderungen auf dem eigens eingerichteten Birmehlweg statt. Dabei lernt man nicht nur einiges über Geschichte und Kultur der Dörfer Verdings und Pardell kennen oder kann in von Gastwirten und Vereinen gebotenen kulinarischen Genüssen schwelgen, der Rundkurs ist auch so eine herrliche Wanderung mit prächtiger Aussicht - unbedingt empfehlenswert auch außerhalb des Festes. Nicht vergessen sollte man dabei auch, einen Blick in die Kirche zu werfen. Sie hat einige sehenswerte Fresken aufzubieten.

Hier kurze Einblicke in die Birmehlfeste 2014 und 2015
https://youtu.be/y37aIIhYuWs
https://youtu.be/f8SBwxdIoH8







Kulinarik und Kunst
Birmehlherbst 2016: Und das wurde geboten

Entlang des Rundweges zwischen Pardell und Verdings boten die Gastbetriebe und Vereine an 15 verschiedenen Stationen Spezialitäten nach alten und neuen Rezepten an. Von Birmehlnocken, Birmehlravioli über Birmehlbrot, Birmehlkuchen bis hin zu einer Birmehlpizza und viele andere traditionelle Köstlichkeiten werden kredenzt und das Augenmerk auf das alte Bauernbrauchtum gelenkt.





Künstler und kreative Leute aus Verdings und Pardell haben ihre Werke - handgefertigte mittelalterliche Werkzeuge, Körbe, Fotos, Filme, Gedichte u.v.a.im Vereinssaal und im Dorfzentrum von Verdings in der Zeit der Öffentlichkeit präsentiert. Hier lohnte sich mehr als ein Blick.





Im "Hintner Bangart" wurden vom Versuchszentrum Laimburg alte Obstsorten zur Verkostung angeboten und an einem Stand wird Plentenes Muas und ein Birmehl-Ribler zubereitet und konnte verkostet werden.





Alles in allem: Ein reiches Programm. Und trotzdem, noch einmal: Der Birmehlwanderweg ist so schön, so aussichtsreich, dass er auch ohne fest ein lohnenswertes Unternehmen ist.





Auf dem Birmehlwanderweg
Ich war rechtzeitig da, denn ich wollte mir noch einen Parkplatz sichern, obwohl es auch eine gute Busverbindung von und nach Klausen gab. Aber das gewährte mir Zeit, mir die ausnehmend schöne Kirche mit ihren mittelalterlichen, gotischen Fresken aus dem 14. Jahrhundert anzusehen. Besonders an diesem alten Gotteshaus, das an der wohl schönsten Stelle von Verdings steht, wo man es von allen Seiten sehen kann, ist auch, dass es sich um eine Chorturmkirche handelt. Eine Kirche also, in der der Turm gleichzeitig den Altarraum bildet. In der kleinen Friedhofskapelle sollte auch das Lebensrad nicht vergessen werden, das es dort als Fresko zu sehen gibt.





Dann tutete aber auch schon das Horn zur Führung und ich schloss mich den vielen bildungs- und wanderhungrigen Besuchern an. Zuerst führte uns der junge Mann zu den verschiedenen Bangarts, also Baumgärten, in denen noch die alten Obstsorten gepflegt werden. Danach zeigte er uns die Kirche und die Infotafel zum Krieg von Pardell.

 




Über eine Trockenwiese mit herrlicher Aussicht hinab ins Eisacktal und zu den Dolomiten - erklärt durch eine Panoramatafel ging es dann steil hinab nach Pardell.




Hier konnten wir einem Handwerker zusehen, der uns zeigte, wie man früher aus Kuhhörnern Kämme fertigte. Ab jetzt ging es wieder aufwärts: Durch die Baumgärten wandern wir zur Jausenstation Moar in Vierns. Unser Führer erklärte uns auch die Bedeutung dieses alten Maierhofes, wie man überhaupt bewundern muss, wie er in allem, was Geschichte, Heimatgeschichte, Natur bewandert war. Es gab keine Frage, die er nicht beantworten konnte.







Tja, ein letzter Schlussanstieg, dann waren wir nach knapp zwei Stunden wieder zurück in Verdings, wo Musik, lukullische Genüsse mit und ohne Birmehl, Kunst und Handwerk warteten. Und es war auch recht voll geworden, was heißt, dass dieses doch erst relativ junge Fest gut angenommen wird. Wie man sah, bei Einheimischen und Touristen.










Nächster Termin: Der nächste Birmehlherbst findet immer am letzten Sonntag im September statt, also am 24.09.2017.

Hier ein paar Impressionen aus dem Stephanshof, in dem ich ein paar Tage lang wohnen durfte:





























Aber im Stephanshof**** ist man nicht nur bestens untergebracht, hier isst man auch hervorragend. Wie zum Beispiel dies:












Oder dies, am nächsten Abend:








Weitere Impressionen aus Verdings:









Hier finden Sie die Infotafeln, an denen ich auf dem Birmehlweg vorbeigekommen bin. Es gibt aber noch mehr - selbst endecken ist eine heiße Empfehlung - Weg und Tafeln .... Es lohnt sich!















Info:
Unterkunft:
Stephanshof****, I 3940 Villanders, St. Stefan 12, Telefon 0039 0472 843150, http://www.stephanshof.com, mailto:info@stephanshof.com

Tourismusverein Klausen, Barbian, Feldthurns und Villanders, I-39043 Klausen, Marktplatz 1, Telefon 0039 0472 847424, Fax: 0039 0472 847244
www.klausen.it

Anreise in die Region Klausen
Auto: Innsbruck – Brennerautobahn – Autobahnausfahrt Klausen
Bahn: IC- und EC-Bahnhof Klausen
Flug: Flughäfen Innsbruck (95 km), Bozen (35 km) – oder mit dem „Südtirol-Bus“ von/zu die Flughäfen Verona,
Bergamo, Malpensa und München

Empfohlene Karten:
Kompass Klausen und Umgebung 059 1:25 000, reißfest, wetterfest
Kompass Südtirol 699 Südtirol, 1:50 000

Kompass DVD Über die Alpen, ISBN 978-3-85026-430-3. (Die Karten lassen sich auch auf GPS-Geräte, iPhones und Android übertragen). 



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Dieter Buck
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